Das Lob des Ehrenamtes

Ohne Spaß geht gar nichts

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Franz Wallner, Leiter des Bereiches Kultur und Ehrenamt beim Einrichtungsverbund Steinhöring führt durchs Programm.

Neujahrsempfang für ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einrichtungsverbund Steinhöring.

Steinhöring – „Wir sind selbst verantwortlich dafür, in welcher Gesellschaft wir leben,“ so die Leiterin des Einrichtungsverbundes Steinhöring Gertrud Hanslmeier-Prockl vergangenen Freitag beim Neujahrsempfang der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Betreuungszentrum Steinhöring. Das Ehrenamt, so Hanslmeier-Prockl, leiste viel für unsere Gesellschaft. „Menschen, die sich wie Sie engagieren, tragen dazu bei, dass unsere Gesellschaft offen bleibt. Sie tun viel gegen Ausgrenzung und für einen respektvollen Umgang.“ Mit diesen Worten waren die Anwesenden gemeint, ehrenamtliche Helfer, die in verschiedenen Projekten Menschen mit Behinderung unterstützen. Ob in Bastelwochen, Besinnungstagen, Motorradrundfahrten oder verschiedenen Freizeiten und Reisen, die etwa 130 ehrenamtlichen Mitarbeiter verbringen Teile ihrer Freizeit gemeinsam mit behinderten Menschen. Und das tun sie, wie der Abend deutlich zeigte, offensichtlich sehr gern. Es wurde viel gelacht, nicht nur an diesem Abend, sondern auch – wie Diashows offenbarten – bei den verschiedenen Unternehmungen. Da fährt man zum Beispiel gemeinsam nach Bibione, unternimmt Schiffsreisen oder gar Segelturns. Vergangenes Jahr reiste man sogar nach Rom und bekam dort eine Papstaudienz. Auch Skitage oder Urlaube in einem Hotel von Menschen mit Behinderung für Menschen mit Behinderung stehen mit auf der Agenda. Das Ganze geht so, erzählt Hanslmeier-Prockl: Es gibt in der Einrichtung eine Art Reisebüro, Albatros Reisen genannt, bei dem die Bewohner und Beschäftigten des Einrichtungsverbundes ihre Reisewünsche anmelden können – aus diesen Wunschlisten werden dann Reisen zusammengestellt, und irgendwann geht es dann gemeinsam los, auf Freizeiten, in Urlaube oder auf Kurzreisen. „Ohne die ehrenamtlichen Mitarbeiter wäre das alles gar nicht leistbar,“ so die Chefin des Hauses. Auch einen Theaterclub gibt es, der unter ehrenamtlicher Leitung läuft. Das letzte Stück „Irgendwo auf der Welt“ wird am 11.März nochmals in der Mehrzweckhalle des Steinhöringer Einrichtungsverbundes gezeigt. Beginn ist um 16 Uhr. Es sind Eltern von behinderten Kindern, ehemalige hauptberufliche Mitarbeiter und alle möglichen sonstigen Menschen, die die Bewohner und Beschäftigten des Betreuungszentrums freiwilligt unterstützen. Über deren wunderbare Aktivitäten freuen sich nicht nur die Mitarbeiter in Steinhöring, sondern auch die Bewohner. Zwei von ihnen sprachen am Freitag ihren Helfern ganz persönlichen Dank aus. Franz Wallner, im Hause für Kultur und Ehrenamt zuständig, führte nach einem gemeinsamen Abendessen durchs Programm: beim Einblick in die unterschiedlichen Projekte wurde schnell ersichtlich: die Lebensqualität steigt, und zwar nicht nur für die Menschen mit Behinderung, sondern auch für die ehrenamtlichen Helfer. Denn: Ohne Spaß – und das wurde an diesem Abend ziemlich deutlich - geht gar nichts. Wer mittun will, ist jederzeit herzlich willkommen. Wer zum Beispiel ein Motorrad mit Beiwagen hat, der möge sich doch melden, denn beim jährlichen Ausflug mit den Zweirädern dürfen gerne noch weitere Gespannfahrer Menschen mit Handycup auf ihrem Sozius mitfahren lassen. Die Menschen, die in Erding, Fensbach, Eglharting, Ebersberg oder Steinhöring freiwillig helfen, haben den Dank wahrlich verdient. Als „Riesenbeispiel“ für viele Menschen bezeichnete Hanslmeier-Prockl deren Engagement – und damit hat sie unbedingt recht. Gesellschaften funktionieren in der Tat nur, wenn man auf Ausgrenzung verzichtet und gegenseitigen Respekt an den Tag legt.  Kees

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