Grüne und Freie Wähler gegen das Projekt

Neues Gezanke um Ortsumfahrungen für Parsdorf und Weißenfeld

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Einige Parteien prophezeien mehr Verkehr durch die geplanten Ortsumfahrungen von Parsdorf und Weißenfeld, andere weniger.

Grüne und Freie Wähler halten Ortsumfahrungen von Parsdorf und Weißenfeld für unnütz. Andere Parteien weisen diese Kritik zurück.

Vaterstetten – „Die Beratungsresistenz von Herrn Uhl (FW) ist ja bekannt“, erklären die Fraktionssprecher Michael Niebler (CSU), Sepp Mittermeier (SPD) und Klaus Willenberg (FDP). Deshalb sei es nicht verwunderlich, dass er zum x-ten Male davon träume, durch die Verlängerung der Flughafentangente Ost (FTO) nach Süden bis zur B304 und einer neuen B471 die Verkehrsprobleme der Gemeinde Vaterstetten lösen zu können. Nach dem offiziellen Planfeststellungsbeschluss der Regierung von Oberbayern zur geplanten Umfahrung Parsdorf-Weißenfeld hatte der Sprecher der Freien Wähler Vaterstetten die Pläne öffentlich in Frage gestellt. Zudem kritisierte er das „Gartenzaundenken einiger Dörfer“ und forderte eine Sicht auf die Verkehrserfordernisse der ganzen Region. 

Auch die örtlichen Grünen kritisierten kurz darauf die in ihren Augen „unsinnige“ Ortsumfahrung, die nur Nachteile für Gemeinde und Bevölkerung bringe. An den Aussagen der Autobahndirektion zum Ostkreuz würden die Veränderungen der künftigen Verkehrssituation in Vaterstetten, Parsdorf und Weißenfeld deutlich. „Anders als geplant und vorausgesagt.“ Demnach werde der Verkehr aus dem Osten um 35 Prozent zunehmen. Eine Parsdorfer Umfahrung ohne Weißenfeld werde die Verkehrsmenge dort drastisch erhöhen, weil in Stau- und Bauzeiten der erhöhte Autobahnverkehr dort durchfließe. Ortskundige Autofahrer würden nach Meinung der Grünen die Umgehung sowieso links liegen lassen, die Umweltbelastung steige enorm durch Betonierung der Landschaft, mehr Verkehrslärm für Parsdorf, mehr Luftverschmutzung und mehr Reifenabrieb auf den Äckern. Zudem kosten allein die Parsdorfer Umfahrung die Gemeinde mindestens zehn Millionen Euro, die sinnvoller in Schulen, Kinderbetreuung, Fahrradwege und besseren ÖPNV investiert wären. „Angesichts der Corona-Unsicherheiten ist es verantwortungslos, das Geld in einer Straße zu versenken, die nur zusätzlichen Autoverkehr auf Gemeindegebiet durchleitet. Das „sture Festhalten an einem durchaus ehrenwerten Versprechen“ ist für Neu-Gemeinderat David Göhler (Grüne) angesichts der neuen Fakten- und Haushaltslage einfach unsinnig. 

Bei CSU, SPD und FDP ist man verwundert. Für FTO oder B471 gebe es bisher nicht mal Machbarkeitsstudien, „auf absehbare Zeit völlig unrealistisch“. Abwegig auch die Behauptung einer höheren Verkehrsbelastung von Vaterstetten durch die Umfahrungen. Im Gegenteil. Durch die Straßen sollen die nördlichen Ortschaften eben nicht im Verkehr ersticken. Bei den Modellrechnungen für eine 65- bis 75-prozentige Entlastung der Ortsdurchfahrten von Hergolding, Parsdorf und Weißenfeld seien die Verkehrszunahmen am Ostkreuz bereits einbezogen worden. Die Finanzierung gehe weder zu Lasten von Schulbauplänen, noch bestehe die Gefahr, die Gemeinde verzichte auf die Umfahrung von Weißenfeld. Denn nur die komplette Umfahrung bringe die prognostizierte Verkehrsentlastung. „Wir hoffen, dass die Freien Wähler und die Grünen endlich zur Vernunft kommen und nicht ewig versuchen, demokratisch legitimierte Mehrheitsentscheidungen mit irgendwelchen reißerischen Behauptungen auszuhebeln“, so die drei Fraktionschefs.die

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