"Wo bitte geht´s nach Arkadien?"

Der Mann, der Fragezeichen in die Welt setzt

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Peter Kees aus Abersdorf ist Kurator der diesjährigen Jahresausstellung des Ebersberger Kunstvereins mit dem Thema „Wo bitte geht´s nach Arkadien?“

Arkadien ist ein Sehnsuchtsort, der seinen Ursprung in der Antike hat. Und es ist der künstlerische Schwerpunkt von Peter Kees. Er ist Kurator der diesjährigen Jahresausstellung des Kunstvereins Ebersberg mit dem Titel „Wo bitte geht´s nach Arkadien?“

Ebersberg – Es gibt ihn für jeden von uns, den Sehnssuchtsort, der frei macht von Zwängen, wo die Freiheit herrscht, die man sich wünscht, ein Ort, wo das Leben im Einklang mit der Natur und in Harmonie zu den Mitmenschen möglich ist. Das Problem dabei: dieser Ort liegt meist in den eigenen Gedanken, er ist ein Luftschloss, der zum Träumen und entfliehen einlädt. Der Abersdorfer Künstler Peter Kees beschäftigt sich genau mit diesem Thema. Seine Inspiration: Der Traum vom irdischen Paradies - Arkadien nach dem römischen Dichter Vergil. 

Arkadien ist eigentlich eine Bergkette auf der Pelepones, Vergil hat sie poetisch umgewidmet, hat daraus einen Sehnsuchtsort gedichtet, eine friedvolle und heitere Welt geschaffen. Peter Kees kam früh mit diesem idealisierten Bild in Kontakt. In seinem Geburtsort Bayreuth hatte die preußische Königstochter Wilhelmine im 18. Jahrhundert ihr Arkadien errichtet. Diese Vorstellung hat Peter Kees von jung auf fasziniert.

„Mein Leben ist die Suche nach Arkadien“ (Peter Kees)

Doch die eigentliche Geburtsstunde lag innerhalb eines anderen künstlerischen Projekts. In Berlin, wo er lange lebte, hat Kees spontan ganz unterschiedliche Menschen interviewt. Als einer seiner Gesprächspartner kurzfristig absagte, sprang der selbst ein und hat sich selbst interviewt. Dabei stellte er fest: „Mein Leben ist die Suche nach Arkadien.“ 

Jetzt, Jahre später, ist er Botschafter von Arkadien. Für ihn ist es ein Spiel mit der Realität, er hat einfach so getan, als ob dieses Land des Glückes tatsächlich existiert. Er hat in 14 Ländern Land besetzt - und die Regierungen informiert. „Es ist ein Fragezeichen, das ich in die Welt gesetzt habe“, sagt Kees. „Damit möchte ich die Leute zum Nachdenken anregen.“ Wir alle werden zu bestimmten Zeiten geboren, wo gewisse Regeln und gesellschaftliche Konventionen vorherrschen. Mit seiner Kunst möchte Peter Kees fragen: „Will man das?“ In seinem Arkadien spielt der Müßiggang eine Rolle, ebenso der Friede, die Freiheit, das Leben in der Natur, kurzum: Die Menschen finden in Arkadien ein unbeschwertes Dasein. Es braucht keinen Staat, es gibt keine Gefängnisse, der Mensch braucht dort keine Regeln. Doch ist dies noch ein künstlerisches Projekt oder schon eine politische Aussage? „Es ist ein Beitrag zu Themen, die mich beschäftigen“, erklärt Kees. „Das Wiedererstarken des Nationalstaates, die extreme Mietpreisentwicklung, hinter meinem Projekt steht eine Haltung, ich sehne mich nach Verbesserungen.“ 

Die Intention des Künstlers: Mit Arkadien möchte er der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten, möchte zum Nachdenken anregen und es schaffen, dass die Betrachter seiner Kunst anfangen, Einfluss zu nehmen. Als politische Aktivist sieht sich Peter Kees jedoch nicht, er sieht seine Kunst als Teil eines gesellschaftlichen Prozesses, um dadurch Einfluss zu nehmen. Und das kann er jetzt in seiner Wahlheimat. Hier findet vom 8. Februar bis 10. März das 1. Arkadische Festival weltweit statt. Im Rahmen der Jahresausstellung des Ebersberger Kunstvereins mit dem Titel „Wo bitte geht´s nach Arkadien“ zeigen 36 Künstler ihre Vorstellungen zum Thema Arkadien. Viele regionale Akteure sind dabei mit von der Partie, es ist mit das Größte, was der Kunstverein mit dem Kurator Peter Kees auf die Beine gestellt hat. Das Programm zum Festival finden Interessierte im Internet unter www.kunstvereinebersberg.de/jahresausstellung-2019/ sc

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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