Kommunalwahl 2020 in Zorneding

„Für eine Mentalität des Anpackens“

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Peter Pernsteiner (FDP) kandidiert als Bürgermeister für Zorneding

Die Grünen treten bei der bevorstehenden Komunalwahl nicht an. Ist dies mit ein Grund für die Zornedinger FDP, zur Bürgermeisterwahl in den Ring zu steigen? 

Nein, aber nach der Aufstellungsversammlung der CSU war in einem Zeitungskommentar sehr kritisch angemerkt, dass in Zorneding wohl keine demokratische Wahlmöglichkeit in Sicht ist und nur die SPD eine Kandidatur in Erwägung zieht, um die Demokratie quasi zu retten. Das hat zunächst mich selbst nachdenklich gestimmt und danach auch meine weiteren FDP-Ortsvorstandskolleginnen und -kollegen. Obwohl die SPD dann am Tag vor unserer Aufstellungsversammlung erklärt hat, Frau Poschenrieder in den Ring schicken zu wollen, sind wir zur Überzeugung gekommen, dass wir als FDP mit meiner Kandidatur Demokratie leben und erlebbar machen wollen, um damit unseren Bürgern eine echte Wahlmöglichkeit zu eröffnen.

Beim Thema Klimawandel/Klimaschutz war aus Reihen der Zornedinger FDP nicht viel zu hören. Wird das Thema denn beim Wahlkampf eine Rolle spielen? 

Ich beschäftige mich bereits sehr lange als Freier Journalist mit dem Thema Elektromobilität und kenne sehr wohl die Chancen dieser Technologie, aber auch die vielfältigen, bei weitem noch nicht gelösten Probleme. Auch die Windräder drehen sich bei mir schon sehr stark im Kopf, aber ich sammle derzeit noch entsprechende Fakten, um wirklich fundiert mitdiskutieren zu können. Insofern kann ich Ihre Frage bejahen - das Thema Klimawandel/Klimaschutz wird auch bei der FDP-Zorneding im Wahlkampf eine Rolle spielen. 

Zuwanderung, Flüchtlinge, Integration: Hat die FDP dieses - scheinbar regional von den Parteien vernachlässigte - Thema auf dem Schirm? 

Wir haben dieses Thema sehr wohl „auf dem Schirm“ - ich selbst war in der Anfangszeit aktiv im Arbeitskreis Hausmeister des Helferkreises Zorneding, habe dann aber aus Zeitmangel nicht mehr mitmachen können. Unser „Halb-Engländer“ Rob Harrison hat Deutschunterricht gegeben und unser Ortsverbands-Schatzmeister Christoph Reisbeck ist nach wie vor aktives Mitglied des Vereins. Kurz und knapp formuliert: Wir unterstützen Integration im Sinne von „Fördern und Fordern“ ausgehend von einer humanistischen und empathischen Grundhaltung.

Was hätten die Wähler davon, wenn sie sich für die Freien Demokraten anstatt CSU und SPD entscheiden würden? 

Die Wähler stellen dadurch sicher, dass durch eine vernunfts- und faktenorientierte Kraft die Politik der Gemeinde mehr Gewicht erhält. Das wäre vor allem im Bauausschuss sehr wichtig oder bei der Aufstellung des Haushaltsplanes. Aktuell fehlt hier aus unserer Sicht ein Plan, wie man die Gemeinde wirklich weiterbringen kann. Für den Bürger sieht es oft so aus, als würden Entscheidungen quasi hinter geschlossenen Türen ausgeklüngelt, ohne eine offene Kommunikation mit allen Beteiligten zu führen. Man denke hier nur an die Straßenumbaumaßnahmen vor der Pöringer Schule, die uns Gemeinderäten ohne jede Diskussion als alternativlos dargestellt wurden. Auch wollen wir eine Mentalität des Anpackens in der Gemeinde verankern: keine Poststelle über Weihnachten? Hier würde ich Himmel und Hölle in Bewegung setzen und versuchen, nach dem Aßlinger-Modell eine Übergangslösung im Rathaus zu verwirklichen. Heiße Sommer ohne Freibad? Immer noch keine Dirtbike-Anlage? Lasst uns diskutieren, wie wir hier etwas schaffen können, das der ganzen Gemeinde, Jung und Alt zugute kommen würde. Es gilt, die Ärmel hochzukrempeln und mit allen Kräften in der Gemeinde, den Vereinen, den Kollegen der anderen Parteien und engagierten Bürgern den Weg in die Zukunft zu gehen, damit Zorneding nicht zur Schlafstadt verkommt.

Das Interview führte Oliver Oswald

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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