Petition für den Ebersberger Forst

Vier Naturschutz-Vereine fordern: „Hände weg vom Landschaftsschutzgebiet Ebersberger Forst!“

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Überreichten Landrat Robert Niedergesäß (2.v.re.) die Petition mit inzwischen 9472 Unterschriften (v.li.) Richard Straub, Kerstin Mertens, Dr. Ludwig Seebauer und Catrin Dietl.

Petition stellt sich gegen die geplanten Baumaßnahmen im Ebersberger Forst

Landkreis – „Dieses einzigartige Naturjuwel, Wurzel, Herz, Wahrzeichen und schützenswertes Erbe des Landkreises Ebersberg, würde unwiederbringlich zerstört“, betonte Dr. Ludwig Seebauer, 1. Vorstand der Bürgerinitiative St2080- Schwaberwegen und Moos, bei der Übergabe der 9.472 Unterschriften, von denen, nach Aussage Seebauers rund 7.000 Bürger des Landkreises Ebersberg die Petition unterschrieben haben, die gegen die geplanten Baumaßnahmen im Ebersberger Forst sind. 

„Seit mehr als 50 Jahren ist es engagierten Bürgern immer wieder aufs Neue gelungen, den Ebersberger Forst in seinem uneingeschränkten Bestand zu schützen und zu bewahren. Verantwortungsvolle Politiker haben bereits Anfang der 60er Jahre den ökologischen Wert des Ebersberger Forsts erkannt und ihn geschlossen zum Landschaftsschutzgebiet erhoben“, betonte Seebauer. „Wehret den Anfängen“, so Kerstin Mertens, 1. Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Ebersberger Forst. 

Neben der geplanten Umgehungsstraße hat Catrin Dietl, 1. Vorsitzende des Vereins Landschaftsschutz Ebersberger Land, auch die möglichen Windkraftanlagen fest im Fokus. Richard Straub, 1. Vorsitzender der LBV-Kreisgruppe Ebersberg unterstützt den Erhalt des Forstes im Sinne des Vogelschutzes. Landrat Robert Niedergesäß nahm die Petitionsunterlagen an. 

Ihm ist die Historie des Forstes wohl bewusst. Man sei sich doch grundsätzlich einig über die Einschätzung des Ebersberger Forstes. Niedergesäß erinnerte an die Planungen des Protonenbeschleunigers, dessen Realisierung rund ein Drittel der Fläche des Ebersberger Forstes gekostet hätte und der jetzt in der Schweiz stehe. Allerdings müsse er den einstimmigen Forstinninger Ratsbeschluss zur Umgehungsstraße akzeptieren.

Bezüglich der Windkraftanlagenwiederholte Niedergesäß, dass hier vom Kreistag ein Gutachter beauftragt wurde, der gleichermaßen das Vertrauen der Windanlagen-Befürworter wie der Windanlagen-Gegner genieße. Er wies daraufhin, dass das Ansinnen der Naturschützer sich zunächst auf den Straßenbau fokussiert hätte. Als sich der Protest aber die Windanlagen gerichtet habe, hätte Mitglieder von Bundnis90/Die Grünen ihre Unterschrift zurückgezogen. 

Niedergesäß bestätigte nicht, wie von Catrin Dietl nachgefragt, dass 33 Windkraftanlagen im Forst errichtet werden sollen. Ein erstes Ergebnis der aktuellen Prüfung können man derzeit für den Herbst 2019 erwarten. Habe diese positiven Prognosen zum Betreiben der derzeit fünf geplanten Anlagen, so werde man in die Untersuchungen „tiefer einsteigen, ein neues Kapitel aufschlagen“. Erst mit der Bundestagswahl 2021 will Niedergesäß eine Bürgerentscheidung auf den Weg bringen. In der aktuellen Situation sei zwischen zwei hohen Gütern abzuwägen: dem Naturschutz und dem Klimaschutz. ar

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