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Wohin mit dem Wasser?

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Neubaugebiet Pfaffing West 5
Die Nähe des Neubaugebiets „West 5“ zum Bauernhof sieht ein Landwirt als Problem. © Karlheinz Guenster

Wieder einmal auf der Tagesordnung in Pfaffing: das Neubaugebiet „West 5“

Pfaffing – Bereits im September 2019 stellte der Pfaffinger Gemeinderat den Bebauungsplan für das Baugebiet „West 5“ auf, um hier vier Hektar südwestlich des Hauptortes abschnittsweise zu bebauen. An dem dazugehörigen Verfahren sind 32 Behörden und Träger öffentlicher Belange beteiligt worden. Schon mehrmals wog der Gemeinderat, Einwände und eigene Maßnahmen gegeneinander ab.

Allerdings fehlte bislang ein Regenwasserkonzept, das mittlerweile vorliegt. Denn es erfordert einigen Aufwand, das Regenwasser in diesem Bereich abzuleiten. Aufgrund einer Hangneigung mit bis zu neun Prozent Gefälle sei „wild abfließendes Wasser“, wie es in der Stellungnahme der Gemeinde dazu heißt, „nicht auszuschließen“, auch weil die Versickerungsrate „äußerst gering“ sei.

Tiefer gelegene Anwesen sollten davon nicht betroffen werden, was aber einigen Aufwand erfordere. Maßstab für die Maßnahmen ist ein angenommenes Regenereignis, das nur alle 100 Jahre stattfinden könnte und dass „schadlos bewältigt werden kann“. Vorhanden ist bereits ein Regenwasserkanal, der das aufnehmen soll, allerdings nicht alles auf einmal, sondern gedrosselt. Aufsteigendes Grundwasser sei glücklicherweise nicht zu befürchten, das liege offenbar tiefer. Geplant sei daher ein zentral gelegenes, unterirdisches Rückhaltebecken. Von dem versickert das Wasser weiter nach unten oder verlässt es gedrosselt zur Attel. Über extra Kanäle gelangt das Regenwasser von den Parzellen in dieses Becken.

Ziel dieser Maßnahmen sei es daher, den Wasserabfluss mit Versickerung und Verdunstung dem „unbebauten Referenzzustand anzugleichen“, wie es im Beschluss heißt. Damit die Ableitung funktioniert, werden die Höhenlagen der Gebäude teilweise einzeln bestimmt.

Mehrere Bürger, vor allem Nachbarn, sind mit dem Baugebiet nicht einverstanden (wir berichteten) und haben Bedenken angemeldet. Etwa dahingehend, dass eine Straße in Werfling „zum reißenden Fluss“ werden könnte. Durch das neue Baugebiet möchte dieser Anwohner „keinen Schaden“ erleiden müssen. Der Gemeinderat befand, dass zum Ortsteil Werfling „kein ungehinderter Abfluss des Oberflächenwassers“ entstehen werde. Der abschließende Billigungsbeschluss fiel einstimmig, der geänderte Plan liegt wieder aus, wobei nur noch zu den jetzt geänderten Punkten Stellungnahmen abgegeben werden dürfen.

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