Ungewöhnliches Anliegen in Paffing

Tiny-House oder kein Tiny-House?

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Im Ortsteil Ried wollte eine Antragstellerin ein Tiny-House erreichten. Der Antrag wurde jedoch abgelehnt

Über einen ungewöhnlichen Antrag mussten die Gemeinderäte in Pfaffing entscheiden. Eine Frau wollte in ihrem Garten ein Tiny-House errichten

Paffing – Etwas ratlos und ohne Perspektive blieb eine Antragstellerin in der Pfaffinger Gemeinderatssitzung zurück, die in ihrem Garten ein sogenanntes mobiles Tiny-House, ein Mini-Haus auf Rädern, aufstellen möchte. Der Bauausschuss und der Gemeinderat in Pfaffing sagten hierzu Nein.Optimistisch erklärte sie dem Gemeinderat ihr Vorhaben, sie treffe die derzeitige Corona-Krise als Flugbegleiterin und somit erhoffe sie sich mit diesem Haus „ein zweites Standbein“. Denn das könne sie vermieten, immerhin biete Pfaffing landschaftliche Reize für einen Urlaub. 

Der Bauausschuss, in dem das zuerst behandelt wurde, konnte sich so ein Haus grundsätzlich vorstellen, kam aber zu dem Ergebnis, dass das Vorhaben dem Bebauungsplan widerspreche, weil es keinen Bauraum dafür gebe. Eine sogenannte isolierte Befreiung von den Festsetzungen sei nicht möglich, wenn überhaupt, dann eine Änderung des Bebauungsplans. In diesem Verfahren sei dann gleich ein zweiter Bauraum für so ein Haus einzuzeichnen, wünschte sich die Antragstellerin. Der Gemeinderat lehnte das in seiner Sitzung jedoch bei elf gegen sechs Stimmen ab. Der Grund sei, erklärte Bürgermeister Josef Niedermeier (FWF), dass es im Ortsteil Ried eine besondere Zusammensetzung aus Wohnen und Landwirtschaft gebe, die bisher offenbar einiges an Verhandlungsgeschick mit Stellungnahmen, Bedenken und Gutachten bedurfte. Dieses Gleichgewicht sei zu erhalten, sonst trete man etwas los, befürchtete er. Weitere Bauwünsche könnten folgen. 

Niedermeier erwähnte zudem die Verkehrsbelastung der Stichstraße bei einer unübersichtlicher Einmündung, ein vorhandenes Fahrtrecht, die grundsätzliche Festlegung von drei Wohneinheiten je Gebäude und einen möglichen Bezugsfall dafür. Andererseits bezeichnete er das Vorhaben als „interessant“, doch wolle er das auf die gesamte Gemeinde hin betrachten, „unsere Beratungen dazu sind noch nicht weit genug fortgeschritten“. Verwaltungsleiter Christian Thomas ergänzte, dass man damals in Ried „bewusst nur drei Wohneinheiten zugelassen“ habe. Eine Änderung könnte „ein Gefüge ins Wanken bringen“, befürchtete auch er. Das sahen nicht alle Räte so, denn in den letzten zehn Jahren habe sich eben einiges verändert, „so was kann man immer hinterfragen“, befand Gemeinderätin Elisabeth Gralka (UBG) und Gemeinderat Tobias Forstner (ÜWG) fragte, warum das Verfahren nicht durchzuführen sei, wenn das Risiko alleine beim Antragsteller liege. Zudem sei es lediglich eine Nachverdichtung. Platz sei auf dem Grundstück genügend vorhanden. Gemeinderat Klaus Wagenstetter (FWF) kannte offenbar die Problematik, denn es sei „an den Abstand zum Bauern zu denken“, meinte er. Grundsätzlich habe er nichts gegen Nachverdichtung, „aber nicht dort“, das sei ein „sensibles Gebilde“. kg

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