Wild, bunt und voller Wunder

Ausstellung im Museum Wald und Umwelt

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Ebersbergs Bürgermeister Walter Brilmayer bei der Ausstellungseröffnung.

Pflanzen und Tiere der bayerischen Kulturlandschaft sind Thema der Wanderausstellung im Museum Wald und Umwelt in Ebersberg.

Ebersberg – Unsere bayerischen Landschaften sind keine sich selbst erhaltende Natur, sondern eine über Jahrhunderte gewachsene Kulturlandschaft mit einer einzigartigen Lebensraum- und Artenvielfalt, so heißt es in der Begleitbroschüre zur Ausstellung. Walter Brilmayer betonte dies ebenfalls in seiner Begrüßungsrede bei Ausstellungseröffnung am letzten Donnerstag. Der erste Bürgermeister von Ebersberg erzählte von seinen Urlaubsreisen in südliche Gefilde, wo zum Beispiel die für jene Gegend typischen Terrassenlandschaften immer mehr verfallen würden, weil sie niemand mehr pflegt, die Steinmauern repariert und in Stand hält. Hier könne man sehen, wie wichtig der Mensch durchaus für die Natur ist. 

„Es geht um das Spannungsfeld zwischen Artenvielfalt und menschlicher Nutzung“, das ist für Brilmayer Kulturlandschaft. Viele Arten haben nämlich tatsächlich erst durch die Veränderung der Natur ihre Nische in der Landschaft gefunden oder sind durch den Menschen angesiedelt worden. „Seit zehn Jahren gibt es diese Ausstellung schon und nun endlich ist sie bei uns in Ebersberg“, erklärt Ines Linke, die Leiterin des Museums, gleich zu Beginn ihrer Begrü- ßungsworte stolz. Seit 2008 engagieren sich die Bayerischen Landschaftspflegeverbände mit dieser Umweltbildungskampagne bzw. Ausstellung „Bayerns UrEinwohner“ für Artenschutz im Freistaat. „Nützen und schützen, das schließt sich nicht immer aus, im Gegenteil das kann sich durchaus befruchten“, sagt Linke. Sieben Them e n f e l d e r werden gezeigt und erklärt. Wie man Wiese, Bach, Wald, Moor, Magerrasen, Acker und Streuobstwiese am besten schützen und erhalten kann, dafür gibt es „eine Art Pflegezettel wie bei einen Kleidungsstück“. 

Bei einem Wäschestück würde man ja auch die Hinweise beachten, um lange Freude an der Kleidung zu haben, erklärt die Museumsleiterin schmunzelnd weiter. Wenn diese Anweisungen nun bei Acker & Co angewendet würden, dann ist eine artenreiche Bewirtschaftungsform möglich. Die Pflegeanleitung für den Acker lautet zum Beispiel: Auf Pflanzenschutzmittel zu verzichten, um die UrEinwohner zu schützen, einen erweiterten Seitenstreifen anlegen, damit mehr Platz zum Wachsen und Brüten vorhanden ist, nicht zu tief pflügen, denn sonst wird Wohnraum zerstört, Blühstreifen säen für mehr Nahrung, Erntereste auf dem Feld belassen, damit Nahrung für den Winter gesammelt werden kann. So können sich vielleicht wieder das Adonisröschen, der Feldrittersporn, der Feldhamster oder das Rebhuhn auf dem Acker wohlfühlen. 

Um diese Ausstellung auch praktisch erlebbar zu machen gibt es ein Begleitprogramm zu den jeweiligen Themenpunkten. Gleich am Samstag, 27. April mit dem Thema – Köcherfliegen lügen nicht; Sonntag, 5. Mai – Jetzt wird’s bunt auf unseren Magerrassen; Samstag, 8. Juni – Vielfalt heimischer Wiesen und Streuobstwiesen; Sonntag 16. Juni – Geheimnisse im Moor; Samstag, 29. Juni – Wald beherbergt Vielfalt. Teilweise werden die Touren mit dem Fahrrad unternommen. Eine ausführliche Beschreibung des Begleitprogrammes finden Sie im Veranstaltungskalender des Museums. ad

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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