Grafing goes green

Einweg ist kein Weg – Grafing soll Plastik frei werden

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Haben keine Lust mehr auf Plastik: Die Initiatoren von Grafing goes green

Eine Gruppe Schüler des Gymnasiums in Grafing wollen Verpackungen reduzieren. In den Ferien starteten sie ihr Projekt „Grafing Goes Green“

Grafing – Angefangen hat alles, als die Mädchen der 10b im Februar auf eine Friday for Future Veranstaltung nach München fuhren und der Direktor der Schule danach von ihnen sozusagen auch ein gewisses Handeln erwartete. „Jetzt, will ich aber auch etwas sehen“, hieß es von der Schulleitung, erzählt Julian Schmidt, der mittlerweile auch zur Gruppe der Aktiven gehört. „Zuerst wollten wir die Welt retten, dann haben wir uns auf Plastikvermeidung geeinigt.“ Gerade im Schulleben, in den Pausen, würde viel von diesem Müll entstehen. Das war ihr Ansatzpunkt. Direkt vor der Haustüre mit dem Verbessern beginnen. 

Mittlerweile hat sich ihr Tun ausgeweitet und Anfang August gab es die ersten Stempelkarten, die an die Bürger in Grafing verteilt wurden. Für jedes plastikfreie Einkaufen darf man sich in den teilnehmenden Geschäften einen Stempel an der Kasse geben lassen. Und mittlerweile machen schon ziemlich viele mit. Auf beiden Seiten. Denn die 1.000 Stempelkarten waren im Nu vergriffen und werden gerade nachgedruckt, um weiter kostenlos an die Bürger von Grafing verteilt werden zu können. Und die Geschäfte, die diese Idee unterstützen, werden auch immer mehr. Aktuelle sind es dreizehn Läden, Anfang August waren es noch sechs. 

Mit Plastik freiem Einkauf gewinnen

Die Schüler gingen von Laden zu Laden und stellten ihr Vorhaben vor. Erfolgreich, wie man sieht. Wer also zehn Stempel auf seiner Karte zusammengetragen hat, kann diese in eine Box werfen, die ebenfalls bei den teilnehmenden Geschäften steht. Die Stadt Grafing sponserte neben den Karten auch die Preise für die monatlich geplante Verlosung. Die erste findet in der ersten Oktoberwoche statt. Da kann man zum Beispiel auf eine Freibadzehnerkarte hoffen oder auf einen 15 Euro Gutschein beim Cafehaus Ellis. Oder man gewinnt ein Exemplar vom Magazin „Forum – Nachhaltig Wirtschaften“ von Fritz Lietsch, der neben Tim Grebner, dem Wirtschaftsförderer der Stadt Grafing, die Jugendlichen unterstützte. „Ohne die beiden wären wir nicht so weit gekommen“, schwärmt Julian Schmidt von den Wegbereitern. „Spannend ist“, so der 17-jährige weiter, „was die Grafinger Bürger nun mit ihren Karten machen? Werden sie sie zurückbringen?“.

Das hoffen zumindest alle, die an dem Projekt beteiligt sind. Aber bei diesem Engagement der 16 bis 17-Jährigen und auch bei den Geschäftsleuten in Grafing dürfte die Idee gut Fuß fassen. Und es wäre eine Kleinigkeit, die Brottüte beim Bäcker durch ein Leinensackerl zu ersetzen und beim Metzger eigene Behältnisse mitzubringen. Beim Gemüse dürfte es mittlerweile auch keine Schwierigkeiten mehr bereiten die Plastiktüte zu ersetzen, gibt es doch fast schon in allen Supermärkten oder Discountern Alternativen zu den Tüten aus Gardinen genäht oder mehrfach verwendbaren Netzen. Tretner

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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