Gegen eine grausame Tradition

Vortrag über weibliche Genitalbeschneidung in der Kreisklinik

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Referenten und Organisatorinnen des Fachtags „Präventiver Kinderschutz im interkulturellen Kontext“ und Toni Ried, der Landrat Robert Niedergesäß bei der Begrüßung vertreten hat.

„Präventiver Kinderschutz im interkulturellen Kontext“, das war das Thema eines Fachtages in der Kreisklinik Ebersberg.

Ebersberg – Dazu haben das Netzwerk frühe Kindheit (Koki) und die Schwangerenberatungsstelle des Landratsamtes Ebersberg in Kooperation mit der Kreisklinik Ebersberg eingeladen. Etwa 80 Fachkräfte aus Gesundheit, Bildung und Erziehung folgten der Einladung in die Kreisklinik Ebersberg. 

Im Fokus des Fachtags stand die weibliche Genitalbeschneidung, von der weltweit ca. 200 Mio. Mädchen und Frauen betroffen sind. Ärzte in der gynä- kologischen und pädiatrischen Praxis, Kinderkrankenschwestern, Hebammen, aber auch Berater in der Schwangerenberatung, Erzieherinnen und Mitarbeiter in sozialen Einrichtungen stellt die weibliche Genitalbeschneidung oftmals vor besondere Herausforderungen. Eröffnet wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Cornelia Höß sowie dem stellvertretenden Landrat Toni Ried, die beide auf die Brisanz des Themas in Bayern aufmerksam machten. „Auch im Landkreis Ebersberg leben Familien, die aus Ländern mit Beschneidungstraditionen kommen und bei denen die Sorge besteht, dass sie an dieser grausamen Tradition festhalten“, so die Veranstalter.

 Einen fachlichen Einblick über die medizinische Versorgung und Prävention der weiblichen Genitalbeschneidung gab Dr. Christoph Zerm in seinem Vortrag. Er ist Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Nordrhein-Westfalen sowie Beauftragter für Female Genital Mutilation (FGM). Dr. Zerm widmet sich bereits seit über 20 Jahren dem Thema weibliche Genitalbeschneidung und bietet für betroffene Frauen eine gynäkologische Sprechstunde an. 

Im zweiten Teil referierten Tanja Sachs und Fadumo Korn von „Wüstenrose“, der Fachstelle Zwangsheirat / FGM von IMMA e.V in München. Sie berichteten aus der Sicht pädagogischer Fachkräfte über das Thema und beleuchteten die Frage des Kinderschutzes. In der Pause bestand für die teilnehmenden Fachkräfte die Möglichkeit zum interdisziplinären Austausch sowie zum Besuch von verschiedenen Infoständen der sozialen Träger des Landkreises. red

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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