1. meine-anzeigenzeitung
  2. Lokales
  3. Ebersberg

Preisschwankungen beim Haus der Kinder

Erstellt:

Kommentare

PantherMedia B65969503
PantherMedia B65969503 © Foto: panthermedia/ zorabc

Das Haus der Kinder in Kirchseeon fällt unter anderem dadurch auf, dass die tatsächlichen Preise extrem von den kalkulierten abweichen. Wir sprachen mit Sebastian Kruppa von der Meck-Architekten GmbH.

Kirchseeon - Herr Kruppa, wie kam es beim Haus der Kinder zu den außergewöhnlich hohen Kostenabweichungen bei den Vergaben Fensterarbeiten und Trockenbauarbeiten?

Sebastian Kruppa: Grundsätzlich rechnen meck architekten GmbH Projekte in der Regel im Rahmen von +/ - drei Prozent Abweichung gegenüber der Kostenberechnung ab. Die Kostenberechnung wird dabei auf dem konkreten Bauentwurf mit bundesweit erhobenen, statistischen Kostenkennwerten erstellt (hier im Februar 2016, also vor knapp zwei Jahren). Dabei wird auch ein lokaler Faktor berücksichtigt. Diese statistischen Werte können jedoch saisonale und kurzfristige konjunkturelle Veränderungen im Markt weder voraussehen noch aktuell erfassen. Ein prognostischer Zuschlag in der Kostenberechnung für den späteren Zeitpunkt der Bauausführung ist seriös nicht möglich und daher auch nicht zulässig. Die Kostenberechnung bleibt aber einziger Referenzwert für die späteren Auftragsvergaben. Bei unserem Projekt in Kirchseeon haben wir deshalb im Zuge der Angebotsauswertung ergänzend jüngst abgerechnete Bauvorhaben aus 2016/ 2017 mit einfließen lassen. So wie sich gegenüber diesen Bauvorhaben die Nachfrage von Bietern für die Fenster und den Trockenbau aktuell ganz außerordentlich gesteigert hat, haben sich auch die Preise verringert.

Auch bei den Zimmerarbeiten kam es zu einer doch bemerkenswerten Abweichung, leider im negativen Sinne. Was ist so problematisch, hierbei auch mal Punktlandungen zu erreichen, immerhin besitzen Sie doch über genügend Erfahrung? Und: angenommen, der Marktgemeinderat hätte etwa bei den Zimmerarbeiten nicht zugestimmt: Wäre es dann zu einer erneuten Ausschreibung gekommen und damit zu Bauverzögerung oder?

Kruppa: Bei den Zimmerarbeiten hingegen ist es so, dass wir seit etwa zwei bis drei Monaten einen rasanten Preisanstieg insbesondere bei Wärmedämmmaterial beobachten. Wir haben aktuell acht bis zwölf Wochen Lieferzeiten zu verzeichnen, was es in dieser Form für dieses bis dato ständig auch kurzfristig verfügbare Baumaterial noch nie gab. Nachdem die gesamte Fassade des neuen Gebäudes hinter einer Holzverkleidung mit diesem Dämmmaterial bedeckt sein wird, mussten wir diese mit den langen Lieferzeiten verbundene, ungewöhnliche Preissteigerung zur Kenntnis nehmen und dem Bauherr somit die Beauftragung empfehlen. Vor diesem Hintergrund war auch eine Aufhebung der Ausschreibung nicht möglich. Die Erfahrung lehrt darüber hinaus, dass wiederholte Ausschreibung in aller Regel nur zu noch höheren Ergbnissen führen, da der Markt dann bereits „verbrannt“ ist. 

Das Interview führte Oliver Oswald

Auch interessant

Kommentare