Bund Naturschutz fordert einen mutigen Schritt

Echte Verkehrswende oder nur Freizeit-Radeln?

Fahrradfahrer auf der Straße zwischen Grafing Bahnhof Moosach und Glonn
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Die ST 2351 zwischen Grafing-Bahnhof und Glonn wird bereits jetzt von vielen Fahrradfahrern genutzt. Der BN Ebersberg fordert eine Herabstufung der Straße zur Fahrradstraße

Einem „Radtauglicher Naturerlebnispfad“ zwischen Grafing-Bahnhof, Moosach und Glonn steht die Kreisgruppe des Bund Naturschutzes kritisch gegenüber. Die Naturschützer fordern einen mutigen Schritt und eine Herabstufung der bestehenden Straße zur Fahrradstraße

Grafing/Glonn – An diesem Mittwoch ist ein möglicher „Radtauglicher Naturerlebnispfad“ auf dem ehemaligen Bahndamm zwischen Grafing-Bahnhof und Glonn Thema im Ausschuss für Umweltangelegenheiten, Naturschutz, Abfallwirtschaft, Landkreisentwicklung, Regionalmanagement und Verkehrsstruktur (ULV-Ausschuss).

Für den Bund Naturschutz zeige die Diskussion, dass der Landkreis Ebersberg die Verkehrwende nicht „wirklich ernst meint“, wie es in der Pressemitteilung der Kreisgruppe Ebersberg hierzu heißt. Der Ausdruck „radtauglicher Naturerlebnispfad“ verdeutliche, so die Naturschützer, dass der Landkreis das Fahrrad immer noch nicht als ernstzunehmende Alternative zum Auto anerkenne.

„Wer mit dem Rad zur Arbeit fahren möchte, benötigt hochwertige Radschnellverbindungen. Hierfür müssen die Fahrradwege/-straßen unter anderem mittels entsprechender Breite und Belagsqualität ein zügiges und sicheres Fahren mit 20-30 km/h ermöglichen“, so die Forderung der Kreisgruppe Ebersberg. Zudem bedeute der Begriff „Verkehrswende“, dass man den vorhandenen Platz für die Verkehrsteilnehmer neu ordne. Gebe es zum Beispiel mehrere Verbindungsstraßen zwischen zwei Ortschaften könne die bestehende Infrastruktur zwischen den Verkehrsteilnehmern aufgeteilt werden.

So könne etwa ohne zusätzlichen Flächenfraß, durch die Umwandlung einer Straße zur Fahrradstraße, der Fahrradverkehr gefördert werden. „Auf der Fahrradstraße hat der umweltfreundliche Fahrradverkehr dann Vorrang – dem motorisierten Verkehr steht diese Verbindung mit max. Tempo 30 aber immer noch zur Verfügung“, heißt es in der Pressemitteilung.

Zwischen Glonn und Moosach habe der Landkreis Ebersberg nun die Chance, einen mutigen Schritt in Richtung „echte Verkehrswende“ zu machen und die ST 2351 über die Herabstufung in eine Fahrradstraße umzuwandeln. Der Landkreis würde damit ein deutliches Zeichen für eine ehrliche Verkehrswende und somit auch Energiewende setzen, sowie sich gegen Flächenfraß und für den Artenschutz und den Erhalt von wertvollen Naturschutzflächen aussprechen, so die Kreisgruppe Ebersberg des Bund Naturschutzes abschließend. red

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