Wohnungen im ehemaligen Rathaus?

Altes Rathaus neu belebt

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Vielleicht sieht das alte Rathaus von Parsdorf nach der Sanierung so aus.

Das frühere Rathaus in Parsdorf soll zum Wohnhaus umgebaut werden. Wie das am Ende aussehen könnte, haben drei Architekten nun vor Ort vorgestellt.

Vaterstetten/Parsdorf – Es liegt kein Denkmal- oder Ensembleschutz auf dem Gemäuer im Parsdorfer Ortskern. Trotzdem denkt die Gemeinde nicht über einen Abriss des alten Rathauses nach. Denn „das Haus hat Geschichte geschrieben und ist ortsbildprägend“, betont Bürgermeister Georg Reitsberger. Deswegen soll es auch als historisches Gebäude erkennbar bleiben. So war das 1926 als Wohnhaus errichtete Gebäude auch mal Polizeistation und Schulhaus. Zuletzt war noch ein Kindergarten untergebracht, inzwischen steht es seit Monaten leer. 

Der Plan der Gemeinde: Das alte Vorderhaus wird erhalten, saniert und zu günstigen Wohnungen umgebaut, der jüngere Anbau abgerissen und passend neu errichtet. Drei namhafte Münchner Architekturbüros wurden gebeten, entsprechende Entwürfe dazu abzugeben. Gestaltung, Funktionalität und Wirtschaftlichkeit lauteten die entscheidenden Kriterien, dazu mussten die Feuerwehrzufahrt, der Grünbestand und der Lärm durch die Hauptstraße einberechnet werden. „Bei allen muss noch nachgearbeitet werden“, sagt Ralf Schloemilch vom Vaterstettener Bauamt, „keiner ist absolut perfekt.“ Bei einem Vorschlag stehen Blechdach und Gauben, die nicht zum Parsdorfer Ortsbild passen, in der Kritik. Zudem sieht man im Rathaus die Loggia-Vorbauten als verschenkte Wohnfläche. Dafür gibt es im Erdgeschoss eine barrierefreie Wohnung. Beim anderen Entwurf ist das Wohnen im Dachgeschoss etwas problematisch, dafür wurden die Stellplätze ins Erdgeschoss integriert, was den großen Garten schützt. Beim dritten Plan wirken die Wohngrundrisse nicht so gelungen, die Erdgeschoss-Wohnungen sind eng und nicht barrierefrei. Die Wohnungen im Obergeschoss werden über Laubengänge erschlossen. „Nicht so unser Favorit“, so Schloemilch. Allerdings könnte hier gut eine Wohngemeinschaft einziehen – zum Beispiel für Feuerwehrleute oder Erzieherinnen. Je nach Entwurf könnten bis zu sieben Wohnungen entstehen, zum Teil als Mini-Appartements oder auch als Familien-Unterkunft. Wieviel der Wohnraum am Ende kosten wird, welche Kosten insgesamt für das Projekt anfallen werden, ist derzeit noch unklar. Die Vaterstettener wissen nur, dass sie für die Schaffung von neuem günstigen Wohnraum einen Zuschuss über rund 60 Prozent der Bausumme von der Regierung von Oberbayern erhalten werden. Er wird sich nach der Gesamt-Wohnfläche, nicht nach den Wohneinheiten berechnen. „Insgesamt könnte man Wohnraum sonst günstiger bauen“, verdeutlich Schloemilch. Der Gemeinde gehe es aber auch um die Vorbildfunktion, ergänzt Bürgermeister Reitsberger. „Mir ist wichtig, dass das Haus stehenbleibt, ansehnlich und schön gestaltet wird.“ Die Parsdorfer konnten sich bei einer zweitägigen Ausstellung selbst ein Bild über die Umbaupläne machen. Ihre Anregungen und Kritik sollen als Stimmungsbild in die Entscheidung einfließen. Das letzte Wort wird der Gemeinderat haben. Auf jeden Fall muss der Gewinner noch nacharbeiten müssen. die

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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