Landwirtschaftsministerin Kaniber

Die Bierministerin auf dem Rotter Bierfest

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Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber im Bierzelt in Rott

Statt Markus Söder sprach Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber beim Rotter Bierfest

Rott – Angekündigt war der Bayerische Ministerpräsident, doch da an diesem Sonntag die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles zurückgetreten war, musste Markus Söder im Büro bleiben und seinen angekündigten Auftritt beim Rotter Bierfest kurzfristig absagen. Als Vertretung schickte er Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber. Die holte in ihrer Rede im vollbesetzen Rotter Bierzelt weit aus und war voll des Lobgesanges für die Boomregion Bayern. In einem Bierzelt spreche sie ohnehin gerne, sei sie durch den elterlichen Gastronomiebetrieb doch mit dem Gastgewerbe bestens vertraut. Und überhaupt, sie sei ja als Landwirtschaftsministerin schließlich auch Bierministerin. 

Das Wort Heimat nahm sie oft und gerne in den Mund, unterstrich ihre konservative Haltung und freute sich darüber, dass die Welt in Rott am Inn aus ihrer Sicht noch in Ordnung sei. „Wenn der Pfarrer des Ortes anwesend und noch dazu Mitglied in der CSU ist, dann kann das nur so sein,“ so ihre Worte. Natürlich sprach sie viel über den gegenwärtig viel diskutierten Klimaschutz, die Umwelt und das Artensterben. Die bayerische Regierung täte viel dafür, betonte sie und habe auch das Artenschutz-Volksbegehren zum Gesetz gemacht. Es gelte, so ihre Worte, all das in Einklang mit der Landwirtschaft zu bringen, „denn, das, was Sie auf ihren Tellern haben, stammt von den Bauern.“ Sie warnte vor Hysterie und Panikmache, die nur in die Irre führten und verurteilte auch die Bewegung „Fridays for Futur“, an der sich auch ihre drei Töchter nicht beteiligen würden. Ihr Leitgedanke: „Es braucht den Dreiklang Ökonomie, Ökologie und Soziales.“ 

Und in all diesen Bereichen würde die CSU viel tun, auch um den Wohlstand zu erhalten und zu verbessern. „Wir aber reden inzwischen den Wohlstand klein,“ mahnte sie. Ganz klar forderte sie jeden einzelnen auf, sich zu überlegen, wo man einen Beitrag in Sachen Klimaschutz leisten könne. Sie ging auch auf die große Ebene: „Wer Klimaziele nicht erreiche, der solle sanktioniert werden.“ Ein kritischer Verweis auf China wie die USA blieb in diesem Zusammenhang nicht aus. Auch zur Dieseldebatte äußerte sie sich barsch. „Wir diskutieren hier, während in anderen Ländern immer mehr Dieselfahrzeuge produziert werden.“ Ohnehin gingen die Schadstoffbelastungen in den Städten zurück. E-Autos und Hybridfahrzeuge aber seien nicht die Lösung. Man müsse vielmehr in die Forschung investieren, um synthetische Kraftstoffe zu entwickeln. „Bayern geht auch hier voraus: wir gehen täglich neue Wege für den Klimaschutz.“ 

Freilich betonte sie, die jungen Menschen ernst zu nehmen und bemerkte durchaus, dass wir in einer Zeit der Veränderung leben, aber eben auch in einer des Wohlstandes, der unbedingt erhalten, wenn nicht sogar verbessert werden müsse. Seitenhiebe verteilte sie vor allem gegen die Grünen. Technikoffenheit sei aus ihrer Sicht entscheidend, nicht irgendeine Form von Ideologie. Und nochmal: Das starke Bayern müsse stark bleiben. Es gelte dem Kampf um den Wohlstand. Dafür seien die beiden starken Wirtschaftssäulen in Bayern eben notwendig: die Automobilindustrie und die Landwirtschaft.

Applaus erhielt sie für den Gedanken, Discountern keine überirdischen Parkplätze mehr zu erlauben. Außerdem wäre es fatal, wenn diese wie Schuhschachteln aus dem Boden gestampft würden. Regionalität und Authentizität in der Wertschöpfungskette führten vielmehr zur Heimatverbundenheit. Der ländliche Raum müsse so bleiben wie er ist, schließlich seien die Dörfer die Herzkammern Bayerns. Natürlich wurde auch der in Rott am Inn beerdigte Franz Josef Strauß zitiert: konservativ zu sein, bedeute an der Spitze des Fortschritts zu sehen. „Wir in Bayern haben beste Chancen, das Zukünftige zu meistern.“ Der Freistaat sei sogar eine Art Blaupause für alle anderen Bundesländer. Es ginge nicht darum, Angst zu schüren, sondern Mut zu machen, damit „dieses Bayernland so bleibt, wie es ist.“ Kees

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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