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Geld besiegt Zweifel

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Möschenfelder Straße Überführung Vaterstetten
Der teuerste Posten des schnellen Radwegs entlang der Bahn: eine neue Fuß- und Radverkehrsbrücke über die Möschenfelder Straße. © die

Trotz einiger Zweifel will sich Vaterstetten für den schnellen Radweg entlang der Bahntrasse Pläne ausarbeiten lassen. Schließlich werden die Kosten dafür größtenteils vom Freistaat getragen. 

Vaterstetten – Die Strecke für den schnellen Radweg von Ebersberg nach München entlang der Bahngleise haben die Grünen erfunden, entsprechend interessiert sind sie an der Umsetzung. Andere Mitglieder im Vaterstettener Gemeinderat sind nicht ganz so euphorisch. SPD-Fraktionschef Josef Mittermeier beispielsweise hält den Radweg entlang der B304 für weitaus geeigneter für eine Pendler-Radverbindung. „Die Rampe am Wiesenholz, die Querung der P+R-Parkplätze – es gibt an der Bahn entlang viele Probleme.“ Es stelle sich auch die Frage, ob man den bereits vorhandenen Weg an der Bahn unbedingt asphaltieren müsse. Ohne Steine, Löcher und Wurzeln werde die Strecke aber natürlich schneller. Die Gemeinde müsse sich schon fragen, ob sie das wirklich so wolle. David Göhler (Grüne) hingegen sieht für den Bahnweg keine Alternative. „Man muss dahin, wo die Leute wohnen.“ Zum Ortsrand, also der B304, müsse man ja erstmal kommen. „Aber wir reden über einen überörtlichen Radschnellweg“, setzt Mittermeier dagegen.

Auf dem Weg sei immer was los, berichtete Günter Lenz (SPD) aus eigener Erfahrung. Die Strecke werde viel von Fußgängern und Gassigehern genutzt, erklärte Klaus Willenberg (FDP). Man müsse die Priorität auf die innerörtliche Verbindung setzen, fand Albert Wirth (CSU). Dies müsse am Ende beim Ausbau entsprechend berücksichtigt werden, hieß es unisono.

Trotzdem wird Vaterstetten sich mal entsprechende Pläne für den Radweg und vor allem für eine Rad- und Fußwegbrücke an der Möschenfelder Straße erarbeiten lassen. Die Kosten für die Pläne betragen etwa 170.000 Euro. 80 Prozent davon werden vom Freistaat getragen. Die Gemeinde hat eine entsprechende Förderzusage im Rahmen des Programms „Radoffensive Bayern“. Allerdings gilt sie nur für die ersten vier Leistungsphasen, für die restlichen fünf Planphasen wurde noch nichts bewilligt. Es wäre schade, wenn man sich das Geld entgehen lasse, heißt es aus dem Rathaus.

Völlig unklar ist derzeit, wie die Baukosten später bezahlt werden sollen. Laut einer Schätzung im Frühjahr geht es um über drei Millionen Euro. Teuerster Posten: Eine neue Radbrücke über die Möschenfelder Straße für 1,1 Millionen Euro. Weitere rund 1,4 Millionen würden die Asphaltierung der Geh- und Radwege kosten. Zudem hat die Gemeinde noch nicht mit der Bahn, der der Hauptteil des Wegs gehört, über den schnellen Radweg gesprochen. Das soll erst passieren, wenn man die genaue Planung vorliegen hat. die

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