Diskussion um Windräder im Forst

Wehret den Anfängen 

Spaziergänger im Wald
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Die Bedeutung des Waldes hat gerade in Corona-Zeiten wieder enorm dazu gewonnen.

Die Schutzgemeinschaft Ebersberger Forst spricht sich klar gegen die Windräder im Forst aus. Wir haben mit der 1. Vorsitzenden gesprochen

Landkreis Ebersberg – Reinhold Messner sagte einmal: „Alternative Energiegewinnung ist unsinnig, wenn sie genau das zerstört, was man eigentlich durch sie bewahren will: die Natur.“ Das sieht auch die Schutzgemeinschaft Ebersberger Forst so. „Der Ebersberger Forst ist Bannwald und Landschaftsschutzgebiet (LSG). Paragraph 2 (a) der LSG-Verordnung besagt: Zweck des Landschaftsschutzgebietes Ebersberger Forst ist es, die Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts durch die Erhaltung dieses geschlossenen Waldgebietes zu sichern“, sagt Kerstin Mertens, 1.Vorsitzende der Schutzgemeinschaft. Und die geplanten Windräder würden diesem Schutzzweck zuwider laufen. Die Rodungen für die Windräder würden dauerhafte Schäden hinterlassen, Die Unteren Naturschutzbehörde erklärte in ihrer Stellungnahme: „Rodungen für Bau und Betrieb der WKA führen zu Beeinträchtigungen des Naturhaushalts. Lebens- Fortpflanzungs- und Ruhestätten werden gestört, es kommt zu Verdrängung von Arten, Kollisionen und Störwirkungen.“

Auch das natur- und artenschutzrechtliche Gutachten spricht sich gegen eine Zonierung aus: „Nach unserer gutachterlichen Einschätzung ist eine Zonierung (…) des Untersuchungsgebietes von 2019 innerhalb des LSG Ebersberger Forstes für die Zwecke der Windenergienutzung auf Basis der vorliegenden Daten zu Vorkommen von Fledermäusen und Vögeln nicht sinnvoll möglich.“ Der Ebersberger Forst sei im Münchner Umland der wichtigste Klima-, Umwelt- und Artenschützer, sagt Mertens. Er wird seit über 30 Jahren zu einem artenreichen Mischwald umgebaut. Im Vergleich zu vielen anderen bayerischen Wäldern sorgten hier regelmäßige und hohe Niederschlagsmengen dafür, dass der Forst gesund und widerstandsfähig gegenüber höheren Temperaturen und Schädlingsbefall ist. „Einen gesunden Wald zu zerstören, um ihn zu schützen macht keinen Sinn“, sagt Mertens. Der Forst sei nicht nur die Natur- und Artenvielfalt extrem wichtig, sondern auch für uns Menschen.

„Die Corona-Zeit hat deutlich gemacht, dass der Ebersberger Forst als Erholungsgebiet direkt vor der Haustür vielen Menschen eine wertvolle Zuflucht bietet. Ein Wert, der sich mit Geld nicht ermessen lässt“, so die 1. Vorsitzende der Naturschutzvereinigung. Was die Mitglieder der Schutzgemeinschaft am meisten Sorgen macht, ist die Aufhebung der LSG-Verordnung durch den Bau der Windräder. „Damit ist das Tor für weitere Baubegehrlichkeiten, wie Straßen oder noch mehr Windräder geöffnet. Eine rechtssichere vertragliche Begrenzung auf fünf Windräder ist definitiv nicht möglich, auch nicht durch die aktuelle Vereinbarung zwischen Bayerischen Staatsforsten und Landkreis“, so Mertens. Das hätten ihr auch mehrere Top-Juristen so bestätigt. Sinn, Zweck und Aufgabe der Schutzgemeinschaft Ebersberger Forst ist die „Verhinderung jeglicher Bebauung im Ebersberger Forst“. So steht es in der Satzung und das tun die Naturschützer erfolgreich seit über 50 Jahren.

Als anerkannte Naturschutzvereinigung hat die Organisation Klagerecht. „Dieses werden auch wahrnehmen, wenn es nötig ist“, sagt Mertens. Gemeinsam mit drei weiteren Naturschutzvereinen (LBV Ebersberg, Landschaftsschutz Ebersberger Land e.V., BI ST2080 Schwaberwegen und Moos e.V.) informiert die Schutzgemeinschaft die Bevölkerung über die Gefahren für den Forst durch den Bau der Windräder. „Kritische Punkte werden verschwiegen, Stellungsnahmen gegen das Projekt nicht ernst genommen. Es sollen Industrieanlagen in einen Teil des Forst gebaut werden und man redet der Bevölkerung ein, dass der bisher wasserdichte Schutzstatus des LSG für den Rest des Gebietes erhalten bleibt. Der Bau von Windradgiganten wird als Förderung der Landschaftspflege bezeichnet. Die Windmessdaten der Green City AG wurden niemals veröffentlicht und von Experten geprüft. Der Ebersberger Forst ist laut Windatlas aber das schwächste Windgebiet im Schwachwindgebiet“, so Mertens. sc

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