Grafinger Stadträte diskutieren über Klimatschutz

Klima-Schutzregion Grafing

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Wo kann was für den Klimaschutz in Grafing unternommen werden. Darüber debattierten die Stadträte

Sommerzeit – Zeit zum Überlegen und Fakten-Sammeln für den Grafinger Stadtrat

Grafing – Die Sommerzeit wird in Grafing zur Vorbereitung zukunftweisender Beschlüsse genutzt. So sollen Grafings Stadträte über die Zukunft der Stadthalle Grafing nachdenken. Parallel prüft die Stadtverwaltung selbst und lässt prüfen, wie Klima relevante Maßnahmen durchgeführt werden können. Nach der Sommerpause sind zu diesen Themenbereichen im Stadtrat Entscheidungen zu treffen. 

Bereits beschlossen: Grafing ist Klimaschutzregion, um Klima und Mensch zu schützen. „Wir Älteren brauchen den Druck der Jungen, die uns auf die wichtigen Dinge des Lebens hinweisen“, betonte Bürgermeisterin Angelika Obermayr in Bezug auf den 23 Punkte-Katalog der Initiatoren von der Fridays-for-Future Grafing. „Wir müssen über Maßnahmen debattieren, nicht über die Wortwahl“, so Obermayr weiter und erteilte dem Begriff Notstand in der jüngsten Stadtratssitzung eine klare Absage. Einige Punkte aus dem Fridays-for-Future-Katalog sind bereits erledigt oder in Bearbeitung. Auch hatten die Grafinger Stadtratsfraktionen ähnlich lautende Anträge zum Kilmaschutz gestellt. So ist die geforderte Verkehrsberuhigung des Marktplatzes sowohl durch die Ostumfahrung bereits eingeleitet, als auch im Rahmen des ISEKs (Integriertes Städtebauliches Entwicklungs-Konzept) in der Diskussion. 

Auch die Position eines Klimamanagers ist besetzt. Die Organisation öffentlicher Leih-Fahrräder für jedermann wird derzeit mit dem MVV als Kooperationspartner geprüft. Kein Plazet gab es für eine generelle „Überdachung der Radparkplätze“. Bereits in der Sitzung zeichnete sich die Komplexität der Nutzung von öffentlichen Leih-Lastenräder ab. Kontroverse waren die Statements zu den alternativen Kleinwohnformen, bekannter unter „Tiny-Houses“, die auf Rädern stehen müssen. 

Architekt und FW-Stadtrat Christian Einhellig sieht hierin nicht die Lösung, dem knappen Wohnungsangebot entgegenwirken zu können. Neben der Problematik mit Abwasser- und Trinkwasserversorgung sieht er den Flächenverbrauch, um Wohnraum zu schaffen, als zu hoch an. Weitere Forderungen im Fridays-for-Future-Katalog waren, dass die Stadt Flächen für einen Gemeinschaftsgarten zur Verfügung stellt, Fair-trade-Town wird und die Pausenverkäufe in Schulen und Schwimmbad auf verpackungsfreie, biologische und regionale Ware umstellt. Ferner sollte unterbunden werden, dass sich Großkonzerne in Grafing ansiedeln. Die Stadt sollte ein Verbot von Einweg-Plastik aussprechen. Man forderte die Sensibilisierung der Mitarbeiter der Stadtverwaltung wie auch des Stadtrates durch professionelle Schulungen zum Thema Nachhaltigkeit. 

Diese Forderung kam bei CSU-Stadtrat Graf von Rechberg gar nicht gut an. Denn dieser hat bisher in seinem Leben nicht nur an die 100.000 Bäume pflanzen lassen, sondern sich auch sonst für den Umweltschutz engagiert. Ebenso soll mit „Öffentlichen Aufklärungsevents“ die Bürger ins Boot geholt werden, damit deren potentieller Ablehnung nicht mit unbequemen, aber notwendigen Entscheidungen entgegenzuwirken sei. Beschlossen wurde der CSU-Antrag, zu prüfen, ob das Schulhaus in Straußdorf und wenn möglich das Feuerwehrhaus mit einer PV-Anlage auszustatten ist; ferner ob die beiden bisher mit Ölheizung beheizten Gebäude mit Erdwärme über eine Wärmepumpe oder mit einer anderen regenerativen Technologie versorgt werden können. ar

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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