1,7 oder 13 Millionen?

Baustelle Stadthalle – Stadträte lehnen Ratsbergehren ab

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Viele Fragenzeichen schweben über dem Projekt „Stadthalle Grafing“

Was tun mit der Grafinger Stadthalle? Im Stadtrat wurde darüber heftig diskutiert

Grafing – Mit fraktionsübergreifender Mehrheit lehnte der Stadtrat den BfG-Antrag für ein Ratsbegehren, mit dem ein Bürgerentscheid über den Abriss oder Erhalt der Stadthalle entscheiden sollte, ab. Dem Wunsch nach einer weitere Stadthallenbegehung soll noch heuer entsprochen werden. Bürgermeisterin Angelika Obermayr stellte sich dem Fragenkatalog der CSU. Im nicht-öffentlichen Teil der Stadtratssitzung wollte sich dann Obermayr zum Auftragsvolumen an das Architekten-Büro Studio_Plus äußern. 

Während der Kreisverband der Gartenbauvereine in der mit Blumen geschmückten Stadthalle Grafing seine Festveranstaltung abhielt, verfolgten die drei Bürgermeister-Kandidaten Kerschner-Gehrling (SPD) Eimer (FDP) und Bauer (CSU) und knapp weitere 40 Bürger gespannt die heftige Debatte im Stadtrat um den Fortbestand der Stadthalle. Einen ganzen Fragenkatalog hatte die CSU-Fraktion zusammengebunden, der bereits am 10. August Grafings Bürgermeisterin Angelika Obermayr übermittelt wurde. Hier stellte man die Fragen zum Thema Stadthalle, was die Stadträte schon in der letzten Stadtratssitzung vor der Sommerpause am 30. Juli ins Staunen gebracht hatte. In dieser Sitzung hatte Obermayr einen ein Jahr alten Brief des Landratsamtes präsentiert, in dem die Schließung der Stadthalle angezeigt wurde, wenn nicht Sanierungsmaßnahmen erfolgen. Darüber waren die Stadträte entsetzt und Obermayr erklärte nun zur der von Ihr verpassten Informationspflicht „Der ist mir durchgeflutscht; tut mir leid“. Doch dieser Brief war für Obermayr Anlass, das Architektenbüro mit der Studie über die Stadthalle zu beauftragen. Als „Angelegenheit der laufenden Verwaltung“ wurde Obermayrs Auftrag seitens der Verwaltung gesehen, da hier zunächst Kosten in Höhe von 23.000 Euro entstehen sollten. Diese Summe konnte Obermayr im Rahmen ihrer Verfü- gungsgewalt bis 30.000 Euro ohne den Stadtrat entscheiden, weshalb es auch keine Gremienbeschlüsse gebe. Doch dann kamen weitere Aufträge hinzu. Ob dies alles rechtmäßig war, konnte öffentlich nicht geklärt werden. 

Stattdessen zeigten die Fraktion Zufriedenheit mit der Arbeit des Architektenbüros, das Szenarien von einer Minimums-Sanierung über rund 1,7 Millionen Euro bis hin zum minimalistischen Neubauvariante für mindestens 3,5 Millionen Euro aufzeigte, wobei hier schon die Stadträte monierten, das Platz-Angebot nicht ausreiche. In der Summe ist ein nüchterner Neubau für etwa sechs Millionen Euro zu haben. Eine gut ausgestattete Stadthalle – andern Orts auch Bürgerhaus genannt – würde mindestens 13 Millionen Euro oder mehr kostet. Eine Stadthalle den Bürgen zu bieten, stellte die CSU-Fraktion klar, sei eine freiwillige Leistung. „Da sich die Haushaltslage Grafings bereits als stark angespannt erweist“, so Thomas Huber (CSU) „und in vielen Bereichen der städtischen Pflichtaufgaben weiterhin hohe Investitionen nötig werden“, sollte die Minimallösung der Sanierung erfolgen. Ganz anders regierte das BfG. Sie wollten den Bürgerentscheid: „Sind Sie dafür, dass die Stadthalle durch einen Neubau ersetzt wird und keine Sanierungsmaßnahmen mehr an der bestehenden Stadthalle durchgeführt werden?“ Doch das lehnte der Stadtrat mit großer Mehrheit ab. Was nutzt der Entscheid durch die Bürger für einen Stadthallenneubau, wenn das Landratsamt dies aufgrund der Haushaltslage nicht genehmigt, hinterfragte CSU-Stadtrat von Rechberg die Sinnhaftigkeit. a

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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