Die Grafinger Bürger waren gefragt

Stadtplanung auf dem Bierdeckel

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Das Interesse an der Planungswerkstatt war groß. Die Grafinger scheinen Gefallen am „Integrierten Stadt-Entwicklungs-Konzepts“ (ISEK) gefunden zu haben.

Die Bürger waren gefragt: In der Stadthalle wurde bei der Planungswerkstatt die Zukunft Grafings diskutiert. Wohin die Reise geht, bleibt spannend

Grafing – Die Stadtgesellschaft müsse langsam wie ein Biotop wachsen. Neubürger sollen sich integrieren und alteingesessene Grafinger sich heimisch fühlen können. Das sind die erklärten Ziele von Grafings Bürgermeisterin Angelika Obermayr. „Das schaffen wir nur gemeinsam“. Und auch nur mit den Finanzmitteln aus der Städtebauförderung, für die das Integrierte Stadt-Entwicklungs-Konzept (ISEK) notwendig ist. 

Wie üblich hatten die Tische in der Stadthalle Tischdecken. Doch die erwiesen sich bei genauerem Betrachten als Grafinger Stadtpläne, in die Bürger ihre Hinweise und Anregungen eintragen sollten. Filzschreiber wurden ebenfalls bereitgelegt. Nicht der aktuelle Stadtplan war abgebildet, sondern solcher, auf dem bereits die geplante Aiblinger Spange zwischen der Glonner und Aiblinger Straße unweit der Gärtnerei eingezeichnet war. Zu sehen war ebenfalls die neue Gartenstraße, die die Jahnstraße mit der Glonner Straße verbinden soll. Zwei Straßenverbindungen ohne die die Verkehrssituation auf dem historischen Marktplatz nicht verändert werden könne, hieß es. 

Doch die zahlreich erschienenen Besucher hatten noch andere Anregungen: natürlich die Verkehrsführung durch die Stadt und die Ortsteile, die Barrierefreiheit im Ortskern oder der ÖPNV. 

Geteilter Meinung waren die Bürger bei den vorhandenen Parkmöglichkeiten. Die einen wollten mehr, die anderen weniger. Bahnausbau und offene Bachläufe wurden angeregt. Für reduziertes Bevölkerungswachstum und mehr Gewerbeflächen sprachen sich einige Bürger aus. Das Prozedere, Anregungen und Hinweise zu sammeln, fand Anklang. Doch wann lässt sich welche Anregung umsetzen – dauert es Jahre oder Jahrzehnte? Des Öfteren hörte man Kommentare wie: „Das erleben wir nicht mehr“ oder „Ja, wenn wir Geld hätten.“ 

Die Varianten der Marktplatzgestaltung - vom Einbahnverkehr bis hin zum verkehrsberuhigten Bereich - dürften noch lange diskutiert werden, denn ohne eine entsprechende, sicherlich kostenintensive Sanierung des Melak-Bach-Kanals unterhalb des Marktplatzes wird die Umgestaltung kaum möglich sein. 

Einigen Bürgern fehlten die Vertreter aus dem Bauamt der Stadt Grafing, da offensichtlich deren Kenntnisse bei den Diskussionen an den Tischen nötig gewesen wären. 

Ihre drei Hauptwünsche sollten die Bürger auf einen Bierdeckel schreiben, die nun vom Planungsbüro ausgewertet werden. ar

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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