Jugend bewegt

Aus Städtepartnerschaft wird Jugendbewegung

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Bei den Sprach- und Sportcamps gehören auch Wanderungen in den Bergen zum Programm

Aus dem Komitee der Städtepartnerschaft von Grafing mit Saint Marcellin, ist mittlerweile ein Ablegerverein entstanden, der sich die internationale Jugendbegegnung auf die Vereinsfahne geschrieben hat.

Grafing – „Zuerst war es ein binationaler Austausch, sprich die Jugendlichen aus Grafing fuhren nach Frankreich und die Franzosen kamen nach Grafing“, erzählt Silvia Molema, Mitorganisatorin, ein wenig die Entstehungsgeschichte des Vereines. Sie war zuerst auch nur begeisterte Teilnehmerin der Ferienlager in Deutschland und Frankreich.

 Entwickelt hat sich dann auch der rumänische Anteil am Austausch. Die Städtepartnerschaft des Nachbarortes von Saint Marcellin ist eine rumänische Stadt und so ist nun auch der Austausch mit Jugendlichen von dort möglich. Seit 2014 gibt es diese mehrtägigen Camps in denen sich französische, deutsche und rumänische Jugendliche im Alter von elf bis 25 Jahren abwechselnd in den jeweiligen Ländern treffen. „Seit 2016 sind wir nun ein eigener kleiner Verein mit sieben Mitgliedern, der diese Treffen organisiert“, so die 23-jährige Studentin. Dies war vor allem nötig, da der Zulauf zu den Ferientreffen immer mehr wurde. Kein Wunder, denn ein zehntägiger Aufenthalt in solch einem Ferienlager kostet mit allem „drum und dran“ nur 400 Euro. 

Dieser günstige Preis ist möglich, da vom deutsch-französischen Jugendwerk Zuschüsse fließen, von der Stadt Grafing, wie auch vom bayerischen Jugendring. Daraus werden die Sprach- oder Sportcamps entwickelt, in denen die Jugendlichen zusammen mit anderen zum Beispiel am Vormittag interaktiv Sprachen üben. „Aber da ist sowieso immer eine Sprachenvielfalt vorhanden, die sich aus der internationalen Begegnung ganz natürlich ergibt“, sagt die angehende Tourismusmanagerin nicht ohne Augenzwinkern. Nicht nur um die Ferien kümmert man sich hier im Verein. Die Jugendlichen stemmen auch mit ihren Betreuern zusammen soziale Projekte. 

So gibt es Fahrten nach Burkina Faso oder Kamerun. Dort werden verschiedene Dörfer in Kleinprojekten unterstützt, vor allem im schulischen Bereich. „Die Lage dort ist teilweise katastrophal“ und so versucht der Verein, zusammen mit seinen „französischen Freunden“ durch Spenden, die Lage in den afrikanischen Ländern zu verbessern. So wird mit Geldmitteln die Erstausstattung der Schulanfänger finanziert, das Mittagessen der Schüler, die Uniformen oder Bücher. Damit die Kinder auch sanitäre Anlagen während des Schulbesuches haben, werden Toiletten gebaut, teilweise müssen auch die Klassenzimmer an sich errichtet werden. Ganz wichtig ist den jungen Helfern, dass sie vor allem Hilfe zur Selbsthilfe leisten und die Projekte von den Menschen vor Ort alleine weitergeführt werden können. 2017 fuhr eine Grafinger Gruppe zum ersten Mal nach Kamerun und wird nun regelmäßig dort hin fliegen, um in ein bis zwei Wochen Aufenthalt zusammen mit den Menschen vor Ort die begonnenen Projekte peu à peu zu Ende zu führen. 

Die Spenden für diese „solidarischen Projekte“ werden zum Beispiel mit einem Stand auf dem Grafinger Christkindl Markt zusammengetragen oder es werden vor dem örtlichen Supermarkt Schulhefte oder Stifte eingesammelt. Wer also in seinen Ferien einen spannenden Austausch wünscht oder in die weite Welt hinaus will, mithelfen möchte, dass es anderen Jugendlichen und Kindern besser geht, der darf sich gerne beim Verein für internationale Jugendbegegnung melden oder unter www.i-jb.org schon einmal in den vielfältigen Möglichkeiten des Vereines hineinstöbern. Natürlich sind die Jugendlichen auch auf Facebook und Instagram vertreten und zeigen dort die neuesten Bilder und Geschichten rund um ihre Tätigkeiten. Tretner

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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