„Eine komplizierte Sache“

Pfaffing und Albaching benötigten einen neuen Hochbehälter für Trinkwasser

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Die Pumpstation bei Zell könnte überflüssig werden.

Die Standortfrage für den neuen Hochbehälter für Trinkwasser in Pfaffing erweist sich aufgrund mehrerer Faktoren als schwierig.

Pfaffing – Pfaffing braucht einen neuen Hochbehälter für die Trinkwasserversorgung. Dies war das Ergebnis der Ratssitzung der Verwaltungsgemeinschaft Noch nicht klar ist aber, wo das Bauwerk stehen soll, weil das Auswirkungen auf den Wasserdruck im Versorgungsgebiet der Mitgliedsgemeinden Pfaffing und Albaching hat. Zunächst einmal ist deutlich geworden, dass der bestehende Hochbehälter in Stauden bald 50 Jahre in Betrieb ist und daher grundlegend saniert gehört. Zu versorgen seien 1.829 Albachinger und 3.963 Pfaffinger Bürger, was einen Bedarf von 400.000 Kubikmeter im Jahr ergebe. 

Für die kommenden 20 Jahre sei allgemein mit einem Zuwachs von 15 Prozent zu rechnen. Anzunehmen sei daher ein Tagesbedarf von 1.300 Kubikmetern, der sich zu Spitzenzeiten auf 2.500 Kubikmeter erhöhe. Genau diese Menge sollte ein Hochbehälter fassen. Wasserwart Georg Gürtler gab einen neuerlichen Anstoß für eine Aufrüstung. Beim geringen Fassungsvermögen des Behälters laufe das Netz schneller leer, zuletzt in einer Stunde, ein größeres Volumen bedeute mehr Zeit zum Suchen bei Rohrbrüchen und außerdem einen konstanteren Druck im Netz. 

Dabei helfe es nicht, ergänzte Verwaltungsleiter Christian Thomas, den Hochbehälter im Schadensfall abzuschalten, denn der soll den Druck möglichst lange halten. Ein größerer Hochbehälter ersetzte auch eine zusätzliche Löschwasserreserve. Die neue Anlage würde in einem Gebäude untergebracht, das von außen wie eine landwirtschaftlicher Schuppen erscheine, erklärten die Ingenieure des Rosenheimer Planungsbüros Infra. 

Zwei Behälter von jeweils 1250 Kubikmeter ermöglichen eine leichtere Reinigung, da einer stets weiterlaufen könne. Doch dann wurde es kompliziert. Denn im nahen Zell befindet sich seit Jahren eine Drucksteigerungsanlage, von der überwiegend Albaching abhängig ist und die auch eine bedeutende Menge Strom verbraucht. Wandere der Hochbehälter nun um 350 Meter weiter westlich und somit um 26 Meter höher in den Wald, steige der Druck um 2,6 Bar und mache diese Pumpstation überflüssig. Das erhöhe gleichzeitig die Versorgungssicherheit für Albaching. 

Albachings Bürgermeister Franz Sanftl stellte aber fest, das Löschwasser „Sache der Gemeinde“ sei. Weil der Druck im Netz allgemein höher sei, müssten auch die Pumpen der Trinkwasserbrunnen mehr leisten, um das Wasser in eine größere Höhe zu befördern. Nun stellte Verwaltungsleiter Christian Thomas fest, dass Wasser mit viel Energie hinauf gepumpt werde, um diese Energie im Pfaffinger Gebiet wieder zunichte zu machen. Die Notverbünde mit anderen Gemeinde lösen das Problem nicht, wusste der Wasserwart, denn aus Wasserburg etwa stünden 18 Liter in der Sekunde zur Verfügung, benötigt würden aber 80, wenn es darauf ankommt. Geschätzt kostet das neue Bauwerk gut zwei Millionen Euro. Ein Beschluss wurde zunächst nicht gefasst. kg

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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