Für eine starke Wirtschaftsregion

Wirtschaft: Es soll im Landkreis Ebersberg weiterhin bergauf gehen

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Leiter Geschäftsstelle Region München Dr. Robert Obermeier (l.) und Sonja Ziegltrum-Teubner, Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Ebersberg.

Was muss getan werden, damit es im Landkreis wirtschaftlich weiterhin bergauf geht? Darüber geben Sonja Ziegltrum-Teubner und Robert Obermeier von der IHK Auskunft

Landkreis – Ja, es gibt durchaus Positives für die Wirtschaft aus dem Landkreis Ebersberg zu berichten, sagte Sonja Ziegltrum-Teubner Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Ebersberg. Doch brennen den Unternehmer weiterhin Probleme wie Breitbandausbau, Fachkräftemangel und bezahlbarer Wohnraum unter den Nägeln. Hierbei könnten ihrer Meinung nach auf kommunaler Ebene Abhilfe geschaffen werden. So steht die digitale Infrastruktur für die Unternehmen an erster Stelle. Zu viele Funklö- cher kosten Arbeitnehmer wie Arbeitgeber wertvolle Arbeitszeit. 

Damit Außendienstmitarbeiter nicht der digitalen Verbindung hinterherfahren müssen, arbeiten Unternehmer wie Sonja Ziegltrum-Teubner mit teils antiquierter Software, deren notwendige Pflege nicht mehr von den Softwarefirmen erbracht wird. Neue Systeme können aufgrund der löchrigen Mobilfunkversorgung aber nur bedingt sinnvoll genutzt werden und bringen somit den Arbeitsablauf meist komplett durcheinander. Wer umfährt schon gerne blind die Funklö- cher. Schön, dass das Landratsamt das RAL-Gütezeichen hat. Hierdurch ist sichergestellt, dass beispielsweise binnen einer 14-Tagesfrist die Rechnungen, falls gerechtfertigt, den Unternehmen überwiesen werden. 

Auch beim Einreichen von Bauplänen setzt sich das Landratsamt eine knappe Bearbeitungszeit. Doch die Groß- gemeinde Vaterstetten hat die sogenannte „Große Delegation“, heißt, sie entscheidet ohne RAL-Gütezeichen im Auftrag des Landratsamtes, was gebaut werden darf oder so nicht zu bauen ist. Schwierig sind die Festsetzungen in den Flächennutzungsplänen der Gemeinden. Was ist Wohngebiet, was Gewerbe oder gar Industriegebiet? Hoch sind die Hürden, wenn ein Unternehmer neben seinem Betrieb auch Unterkünfte für seine Saisonarbeiter oder erheblich mehr Wohnungen als nur die Betriebsleiter- Wohnung errichten möchte. „Es ist leichter, eine Wohnung zu vermieten als einen Facharbeiter Arbeitnehmer im Betrieb einzustellen“, fasste Ziegltrum-Teubner die Situation zusammen, die sich für eine bedarfsorientierte Lockerung der Wohnbebauung im Gewerbegebiet ausspricht. 

Auch dem Fachkräftemangel könnten die Kommunen entgegenwirken, so Ziegltrum-Teubner. Mit dem Ausbau der Kinderbetreuung über die Kernzeiten zwischen 8 und 17 Uhr wären Fachkräfte die Möglichkeit gegeben, im Schichtdienst zu arbeiten. Analog zur Kinderbetreuung sollte auch eine Seniorenbetreuung initialisiert werden. Dies ist in manchen Kreisgemeinden erfolgt, könnte aber noch ausgebaut werden. Den Express-Bus, der von Poing nach München-Riem mit nur wenigen Haltestellen fährt, nennt Ziegltrum-Teubner „beispielgebend“. Die Unternehmer wünschten sich mehr solcher Expressbus-Linien im Landkreis, denn damit könnte bezahlbarer Wohnraum und Arbeitsplätze näher zusammenrücken.

Robert Obermeier, Leiter der IHK-Geschäftsstelle Region München, sieht in der Kommunikation der ÖPNV-Verkehrsmittel untereinander ein großes Potential. den Weg zwischen Wohnort und Arbeitsplatz zu verkürzen. Durch einen Busunternehmer weiß er, dass dessen Busfahrer miteinander kommunizieren. Ist die Verspä- tung einer Buslinie nur minimal, so informiert der verspätete Busfahrer den wartenden Busfahrer. Die Fahrgäste können schnell umsteigen. Vorteilhaft wäre eine solche kommunikative Verbindung zwischen Bus und S-Bahnen. Ein intaktes und von Dauerbaustellen weitgehendst befreites Straßennetz diene ebenfalls einer guten ÖPNV-Infrastruktur, so Obermeier. All diese Verbesserungen dienten einer Stärkung des Wirtschaftsstandortes Landkreis Ebersberg und sind als Forderungen bei weitem nicht mehr neu. a

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