Portrait

Alles Gute zum 80. Geburtstag Günter Schulzke

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Seit 2006 lebt Günter Schulzke in Ebersberg

Er stand mit Roy Black, Udo Jürgens, Karel Gott, Vicky Leandros und vielen anderen Persönlichkeiten auf der Bühne: Der Operettenbuffo, Entertainer, Conférencier und Starparodist Günter Schulzke feiert seinen 80. Geburtstag. Mit uns hat er in seiner Wahlheimat Ebersberg über seine lange Karriere gesprochen

Ebersberg – Seit 2006 lebt er in Ebersberg: Günter Schulzke ist Operettenbuffo, Entertainer, Conférencier und Starparodist im großen Showgeschäft. Seit über 20 Jahren moderiert und organisiert er zudem Opernund Operettenkonzerte. Seine Karriere begann ungewöhnlich: In Hamburg geboren, absolvierte er auf die väterliche Entscheidung hin eine Lehre zum Hotelkaufmann. 

Doch der junge Schulzke interessiert sich mehr für die leichte Muse, singt heimlich für den Chor bei einem Musical mit Freddy Quinn am Hamburger Operettenhaus vor und wird dort in den Extrachor aufgenommen. Dass er überhaupt singen kann, hat mit einer jugendlichen Schwärmerei zu tun. Das Mädel, das er damals verehrte, nahm Gesangsstunden. Und weil Schulzke so verliebt war, ging auch er zu jenem Lehrer und lies sich unterrichten. Und dann passiert das, was ein absoluter Glücksfall ist: weil ihn die Operette so fasziniert, sitzt er in den Proben zur Lehar-Operette „Das Land des Lächelns“ am Hamburger Operettenhaus.

Als der dortige Operettenbuffo gefeuert wird, fragt man ihn – den man gar nicht kennt und der nur aus Zufall auf der Probe ist – ob er nicht singen könne. Sein Ja führt zum Engagement. Die Karriere des Sängers beginnt. 150 Vorstellungen als Gustl neben Dagmar Koller hat er 1963/64 in Hamburg gesungen. „Meinem Vater traute ich mich das gar nicht sagen. Zur Premiere hab ich meine Eltern dann eingeladen und mein Vater hat Rotz und Wasser geheult, als er mich auf der Bühne sah, so stolz war er auf seinen Sohn,“ erzählt Schulzke mit warmer und charmanter Stimme. 

Von Hamburg ging´s ans Landestheater Detmold, ans Pfalztheater Kaiserslautern, an die Städtischen Bühnen Freiburg und schließlich ans Theater in Augsburg. Seine Highlights? In der Rolle des Cornelius Hackl in „Hallo Dolly“ neben Marika Röck und als Gustl in Lehars „Das Land des Lächelns“ neben Rudolf Schock. 1974 wechselt er das Fach, kehrt dem Theater den Rücken und wird fortan als Entertainer, Conférencier und Starparodist im Showgeschäft tätig. Legendär sind seine Parodien bekannter Schlager-Stars. 

In ganz Deutschland ist er unterwegs. Mehr als 150 Vorstellungen pro Jahr sind die Regel. „Zusammen mit den Größten des Deutschen Showgeschäfts stand ich auf der Bühne“. Udo Jürgens, Roy Black, Karel Gott, Cindy und Bert, Harald Juhnke, Lena Valaitis, Vicky Leandros, Heino, Bata Illic, Costa Cordalis, Tony Marshall, Mary Rose, Jürgen Drews oder Marléne Charell sind nur einige der Namen davon. Rundfunkaufnahmen und Fernsehauftritte folgten, unter anderem in der Hans-Joachim Kulenkampff Show „Einer wird gewinnen“. Bei ihm zu Hause hängen viele Fotos an den Wänden, mit ihm und all den Stars darauf. Darunter auch ein Bild, auf dem er neben dem ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog zu sehen ist. Günter Schulzke moderierte 1999 dessen Verabschiedung in Berlin. Dazu erzählt er eine köstliche Anekdote: die Künstler – darunter auch Freddy Quinn - durften sich im Büro des Bundespräsidenten umziehen. Als Schulzke das Büro betritt, sitzt Quinn am Stuhl des Bundespräsidenten, die Füße auf dessen Schreibtisch gelegt. „Komm rein, Schulzke, jetzt haben wir alle Stempel, wir müssen nie wieder arbeiten.“ Das größte Ereignis in seiner künstlerischen Karriere sei jenes Sommernachtsfest auf Schloss Bellevue gewesen. 

Fast die ganze Welt, so erzählt er weiter, konnte er als mitreisender Künstler auf dem Kreuzfahrtschiff „MS Europa“ kennenlernen, gemeinsam übrigens mit Kollegen wie Heinz Rühmann oder Anneliese Rothenberger. Inzwischen tritt er selten auf, organisiert aber nach wie vor Veranstaltungen, das Neujahrskonzert in Grafing beispielsweise, aber auch Konzerte in der Augsburger Kongresshalle oder den Kurorten Bad Wörishofen und Bad Füssing. Erst kürzlich brachte er einen Abend über seine Schicksalsoperette „Das Land des Lächelns“ mit erstklassigen Solisten in der Augsburger Kongresshalle auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Nebenbei engagiert er sich mit seinen Konzerten auch für soziale Projekte, wie der Augsburger „Kartei der Not“ oder der Kinderkrebshilfe Ebersberg. D

er Applaus war ihm immer wichtiger, als das Honorar: „Das ist des Künstlers Brot.“ Man kann ihm lange zuhören, denn er hat viel zu erzählen und tut dies mit großem Liebreiz und äußerst unterhaltsam. „Mein Leben war bisher sehr reich,“ resümiert er. Weil er weiß, dass er nicht mehr der ist, derer einmal war, lässt er es zwar inzwischen etwas ruhiger angehen, ist aber nach wie vor aktiv und temperamentvoll wie eh und je. In Grafing lädt er mit seiner Agentur am 28.September zu den „Dresdner Salon-Damen“ ein – Musik der 20er bis 50er Jahre wird dort zu hören sein. Wir gratulieren ihm ganz herzlich zum 80.Geburtstag! Peter Kees

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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