Stefan Erdmann im Capitol Grafing

Seine Filme sind Seelenöffner

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Das Capitol in Grafing zeigt im Oktober die beliebten Reise-Filme von Stefan Erdmann

Grafing – Das vierte Mal bereits, kann man den Island Film sehen, der Film über den Chiemgau wird nochmals wiederholt und ganz neu wird sicherlich Bhutan, das Königreich im Himalaya, das Publik um begeistern. Und jedes Mal ist das Kino voll, von verzauberten Zusehern, die staunend in eineinhalb Stunden in eine andere Welt reisen, und das nicht nur über die Bilder, die sie auf der Leinwand sehen. 

Denn es läuft nicht einfach der Film auf der Leinwand, Stefan Erdmann begleitet ihn live vor der Leinwand mit seinen Texten und erzählt Geschichten zu den Bildern, die hinwegtragen. Erdmann, der in Pullach bei München aufgewachsen ist und immer schon lieber draußen, als drinnen war, hat das Reisen zu seinem Beruf gemacht. Als Kind waren die Reisen noch nah am Wohnort gelegen, die Isarauen, die Wälder rund um München waren das Ziel. Die Sommerferien verbrachte er alleine draußen in der Natur, während seine Freunde an ihren Mofas herumschraubten. Die Isar war sein Lebensfluss und der Bezug zur Natur schon immer wichtig. Das merkt man auch heute noch, wenn er seine Filme zeigt. Filme machen, war aber erst Mal nicht sein Ziel. Er wollte Musiker werden, genauer gesagt Rockstar, das wusste er schon mit acht Jahren. Fest überzeugt davon, dass dies klappen würde, investierte er sämtliche Ersparnisse. Im eigenen Tonstudio wurde so schon in jungen Jahren an der Gitarre, Klavier und Schlagzeug komponiert.

 Mit 15 begann er eine Lehre als Tpyograph, heute heißt das Mediendesigner, und merkte dann, dass das mit dem Musiker als Beruf so nicht klappt und machte sich Anfang zwanzig mit dem erlernten Beruf selbständig. Zwanzig arbeitsintensive Jahre mit achtzehn Stundentagen sieben Tage die Woche lagen vor ihm, bis einige geschäftliche Schicksalsschläge ihn dazu bewegten eine komplett andere berufliche Richtung einzuschlagen – er wollte filmen. Er fing bei Null an, aber mit einer Vision. Schon damals fuhr er nach Island und merkte, dass dies seine Seelenheimat war. 2006 war es soweit, die Entscheidung einen Film über Island zu drehen war gefallen. Bis heute hat er seine Filme schon viele hundert Male gezeigt und jedes Mal empfindet der 53-jährige immer noch größte Freude dabei, diese vorzuführen. Das ist es, was ihn auch die entbehrungsreiche Zeit ertragen lässt, die es beim Filmen öfter gibt, als die, bei denen der perfekte Dreh in der Kamera ist. So kann es durchaus vorkommen wochenlang auf den perfekten Moment zu warten. Das muss man durchaus können, aushalten, ertragen. Demütig sein, heißt hier das Konzept. Und ein weiteres heißt, dass er alles alleine machen kann und auch möchte. So ist von der Komposition der Musik, von den Texten, die er zu seinen Filmen live spricht, bis hin zu den Bildern alles aus einer Hand. Hier kommt ihm auch seine jahrelange Erfahrung in seiner Werbeagentur zu Gute. Denn vermarktet will das Geschaffene ja auch werden.

Der größte Wert für ihn ist aber die Zufriedenheit, besser gesagt die Freude der Zuseher, die ihm nach der Aufführung oder in seinem Internet-Gästebuch teilweise berührende Worte sagen oder schreiben. Dass die Filme berühren, die Seele öffnen kann man durchaus sagen. Wer einmal erlebt hat, wie Stefan Erdmann Film, Ton, Musik und Sprache zusammenwirken lässt, der wird dies bestätigen. Die Bilder haben eine Nachhaltigkeit, die auch aus der bewussten Langsamkeit der Bilder entsteht. Kein schneller Schnitt, kein Zuviel an Worten belasten das Erlebnis, besser gesagt den Genuss der Bilder. Wer also diesen Bildergenuss und Stefan Erdmann live erleben will, der kann am Sonntag, 20. Oktober noch einmal den Island Film um 19. Uhr sehen, am Nachmittag um 16 Uhr läuft Bhutan und am 25. Oktober um 20 Uhr gibt es den Chiemgau in Bildern. Die Nachfrage ist groß, von daher sollte man sich schnell ein Ticket im Kino besorgen. Tretner

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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