Unikate  zu bestaunen

Stegmühle soll Museum werden

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Ausstellungsgegenstände des kleinen Technikmuseums

Unikate wie Generatoren, Motoren, Schalter, Installationsmaterial, ein Stromzähler mit Münzeinwurf und Messinstrumente sind in der Glonner Stegmühle ebenso zu bestaunen wie das große Schwungrad der Anlage, die aus dem Jahr 1909 stammt, sich aber bis heute noch dreht.

Glonn – Bisher wurde die Exponate, die über die vielen Jahre gesammelt wurden, offen in Regalen oder auf Tischen gelagert oder an die Wand montiert. Das soll sich jetzt ändern. Die Stegmühle soll zu einem kleinen Technikmuseum werden. Die Stegmühlgenossenschaft, allen voran ihr Vorsitzender Robert Esterl, möchte die Ausstellungsstücke für die zahlreichen Besuchergruppen besser präsentieren und sie für die Nachwelt erhalten. Vitrinen, Beleuchtung und Beschriftungssysteme sollen für die Räume in den historischen Gemäuern im Glonner Mühltal angeschafft werden. Aufgrund der begrenzten finanziellen Mittel der Genossenschaft beantragte sie beim Gemeinderat Glonn einen projektbezogenen Zuschuss zur Verwirklichung dieses Vorhabens. „In Verbindung mit dem über 100 Jahre alten, voll funktionsfähigen Pumpsystem könnte hier ein in der Gemeinde einmaliges Museum entstehen“, warb Bürgermeister Martin Esterl für den Antrag. Der Gemeinderat stand dem Vorhaben sehr positiv gegenüber, ausdrücklich wurde das Engagement der Genossenschaftsmitglieder gewürdigt. Der Gemeinderat stellte zunächst 3000 Euro zur Verfügung. Die Gemeinderätin und Kulturbeauftragte Jutta Gräf wies darauf hin, dass es hierzu möglicherweise auch im Rahmen der Förderung nichtstaatlicher Museen eine Bezuschussung beziehungsweise eine kostenlose Unterstützung bei der Planung der Einrichtung geben könnte. Begründet und gebaut wurde die Stegmühle im Jahr 1904 von Baron Büsing, Schloßherr von Zinneberg. Aus der ehemaligen Mühle baute der, damals sehr bekannte, Architekt Friedrich von Thiersch ein modernes Wasserwerk mit einer Francis-Turbine, mit dem er zunächst Trinkwasser nach Zinneberg hinauf pumpen ließ. Die durch diese Technik gewonnene Energie nutzte Büsing für seine Besitzungen und auch die Ortschaften Zinneberg, Herrmannsdorf und Sonnenhausen erhielten Gleichstrom. In den späteren Jahren wechselt die Stegmühle den Besitzer, 1956 kaufte die „Elektrizitätsgenossenschaft Frauenreuth e.G.“ das Wasserwerk. In den 50er Jahren begann die Situation für die kleinen Stromerzeuger schwierig zu werden, die großen Unternehmen auf dem Strommarkt begannen, sich die Regionen aufzuteilen und die kleinen, privaten Wasserwerke aufzukaufen. Die Genossenschaft Stegmühle verkaufte jedoch nicht. 1973 wird die Genossenschaft umgeändert in die „Wasserversorgung Stegmühle e.V.“. Robert Esterl: „Wir speisen etwa 250 kWh pro Tag ökologisch erzeugten Strom in das Netz“.chg

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