Aus dem Kirchseeoner Gemeinderat

Kirchseeon: Rollis und Kinderwägen verdrängen Autos

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Beispiel in Kirchseeon: öffentliche Parkplätze sind belegt, nebenan bleiben Stellplätze für Anwohner unbenutzt.

Wenn man auf unnötige Stellplätze verzichtet, könnten zusätzliche Appartements entstehen. Diese Meinung vertritt Kirchseeons Bürgermeister Udo Ockel. Die Stellplatzordnung in der Marktgemeinde wurde jetzt geändert

Kirchseeon – Mieter werden älter, weniger mobil oder sie denken um. Nicht alle haben noch ein Auto, sie brauchen es nicht mehr, können es sich nicht leisten oder steigen um auf Zweiräder und öffentliche Verkehrsmittel. Als in Kirchseeon die Stellplatzsatzungen entworfen wurde, war das Auto noch Hoch im Kurs. Daher sah sich jetzt der Gemeinderat zu einer Umorientierung gezwungen. Denn gerade die kleineren Einheiten des öffentlich geförderten, sozialen Wohnungsbaus sind oftmals von älteren, alleinstehenden Mitbürgern belegt. Diese wiederum zeigen eine steigende Tendenz, ohne Auto zu leben. Sitzungsleiter Udo Ockel erklärte auch, dass selbst in den größeren Wohnungen mit Familien oftmals kein PKW oder maximal ein Auto genutzt werde. Deshalb würden in einigen Wohnanlagen in Eglharting und Kirchseeon viele Stellplätze für PKWs „trotz der geringen Miete nicht an die Bewohner vermietet werden können und deshalb leer stehen“, wie Ockel die Wohnungsbaugenossenschaft Ebersberg zitierte. 

Aktuell gilt seit der letzten Satzungsänderung von 2017, dass bei Wohngebäuden, die sozial gefördert werden, bis 45 Quadratmeter Größe ein Stellplatz ausgewiesen sein muss. 1,5 Plätze müssen es sein bei Wohneinheiten ab 45 Quadratmeter. Dies wird sich nach der Gemeinderatssitzung und einem einstimmigen Beschluss hierzu zukünftig ändern: Bis 95 Quadratmeter bitte einen Stellplatz nachweisen. Und erst bei Häusern ab 20 Wohneinheiten soll es ein Stellplatz sein, wenn die Wohnung bis 45 Quadratmeter aufweist. Die 1,5 KFZ-Plätze müssen zukünftig erst ab einer Wohnungsgröße von mehr als 95 Quadratmeter nachgewiesen werden. 

Ockel machte diese Neuregelung an einem Bau in der Siedlerstraße deutlich, wo aktuell ein Gebäude nach dem anderen neu entsteht: Wenn auf unnötige Stellplätze verzichtet werden kann, wäre stattdessen Platz für ein zusätzliches Appartement. Zudem könnten weitere Fahrradabstellplätze entstehen oder Raum für Kinderwagen und Rollstühle geschaffen werden, wie es von allen Fraktionen begrüßt wurde. Somit muss die erwähnte Wohnungsbaugesellschaft nicht zu einer unerwünschten Maßnahme greifen: „Die Oma zur Miete eines Stellplatzes zwingen...“osw

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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