"Wohnsinn"

Wohnen einmal anders gedacht

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Patrizia Laaf, die Gründerin von „Wohnsinn“ Grafing.

Die Transition Town Initiative Grafing macht und bewegt vieles, nun auch ein wirklich wichtiges Thema: Wohnen.

Grafing – Patrizia Laaf, die Initiatorin, hat schon so einige Wohnformen ausprobiert und findet dass auch Grafing das ein oder andere versuchen könnte als Alternative und so entstand die Idee zu „Wohnsinn“. Wie sie in der Informationsbroschüre zum Thema beschreibt, stellt sich die Frage, „wenn wir schon unsere Bücher, Kleider, Talente, Autos teilen, jetzt gibt es auch noch die Mitfahrbank, ja warum sollten wir nicht einen Schritt weiter gehen und unseren Wohnraum teilen?“. 

Gute Frage. Um diese zu erörtern, trifft sich der „Wohnsinn“ regelmäßig. Gerade in der Casa Creativa, weil der ursprüngliche Treffpunkt, die evang. Kirche renoviert wird. Zehn Menschen trafen sich letzte Woche in illustrer Runde, jeder mit einem anderen Wohnanliegen. Da gab es den ein oder anderen tatsächlichen Notfall. Eine ältere Dame wurde wegen Eigenbedarf gekündigt und sie sucht nun eine kleine bezahlbare 2-Zimmer-Wohnung. Die gerade aktuelle Quadratmetergröße ihrer Wohnung wird sie so finanziell nicht mehr stemmen können, das ist ihr durchaus bewusst und so hofft sie zumindest, eine „kleine“ Wohnung finanzieren zu können. Dann gibt es da jemanden, den grundsätzlich das Zusammenleben mit mehreren Menschen interessiert. Eine junge Mutter, aktuell ohne Wohnungsnot, möchte Gleichgesinnte für einen Genossenschaftsbau finden. 

Wenn man all die Anliegen rund ums Wohnen hört, dann fixieren sich die Wünsche doch auf zwei Punkte. Zum einen möchten verständlicherweise alle, ihren Wohnraum gut bezahlen können, sprich nicht in Not geraten müssen, weil die Miete mehr als die Hälfte des Einkommens verbraucht. Und zum anderen rücken tatsächlich die Menschen durch diese Art des überlegen müssen, wie sie in Zukunft leben möchten, näher zusammen und denken über andere Wohnformen nach. So gibt es Menschen, die in Grafing über viel Wohnraum verfügen und sich vielleicht Gesellschaft und über Hilfe im Haus oder Garten freuen würden. Wer darüber nachdenkt, sich vielleicht wünscht, nicht den ganzen Tag allein zu Hause zu sitzen, der kann sich hier in der Casa Creativa ganz zwanglos einfinden und erst einmal hören, zu hören, reinschnuppern in solch neue Gedanken des Miteinanders. Hier darf alles, aber muss nichts. 

Es sind alle willkommen: Menschen, die ihr Haus öffnen wollen und Menschen, die einen neuen Platz suchen. In aller Ruhe können sie sich gegenseitig beschnuppern und kennenlernen. Besser geht es eigentlich gar nicht, den neuen Mieter oder Vermieter in solch einem Rahmen kennen zu lernen. Schön, dass es neben Immobilien-Scout auch noch etwas anderes gibt. Da es eben anders ist, gibt es auch keine Listen von Suchenden und Wohnraumbesitzern. „Wohnsinn“ sieht sich nicht als klassischer Vermittler. Jedem steht es frei, zu den Treffen zu kommen und auch wieder zu gehen, wenn es nicht passt. Aber wenn es passt, dann dürfen gerne Telefonnummern ausgetauscht werden und sich mit Namen bekannt gemacht werden. 

Und wie es weiter in dem Flyer so schön heißt: „Wir bieten nur die Plattform, auf der dies möglich ist. Wir geben Starthilfe, aber machen müssen Sie selbst!“. Die nächste Möglichkeit, sich „wohnmäßig“ kennenzulernen ist am Samstag, 10. August von 15 bis 17 Uhr in der Casa Creativa gleich neben dem Kino in Grafing. Tretner

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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