Gaststätte des TSV Zorneding

TSV Zorneding: Gemeinde macht Rechnung ohne den Wirt

Vereinsgaststätte des TSV Zorneding
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Herrliche Lage, Terrasse und Action: der Gastroexperte sieht großes potenzial für die TSV-Vereinsgaststätte.

Belgier präsentiert zukünftiges Konzept für die Gaststätte auf dem Gelände des TSV Zorneding

Die Gaststätte auf dem Gelände des TSV Zorneding ist in die Jahre gekommen. Das Gebäude, in dem sie sich befindet, ist gut 36 Jahre alt. Aktuell ist dort sowieso alles dicht. Scheinbar ein guter Zeitpunkt, sich über die Zukunft der sportlichen Gastronomie zu machen. In einer Ausschusssitzung am 23. Februar durfte daher der Gastroexperte Thierry Wimmers ein Konzept für die Zukunft präsentieren. Der Belgier aus Kirchseeon lobte durchaus die Lage des Geländes, die tolle Terrasse.

Wie es momentan innen aussieht, das ließ er auf seinen Folien und seinen Aussagen erkennen: Herunter gekommen und schmutzig. Parallel dazu zeigte er Bilder für eine zukünftige Sportbar, die vor allem für Zulauf von Jugendlichen sorgen solle. Kleine Hauptspeisenkarte, wechselndes Fingerfood, Montag und Dienstag geschlossen, dafür aber an den Wochenenden ab 22 Uhr DJs für die Partystimmung und natürlich ein großzügiger Umbau, Billardtisch und Dartscheibe, überall sichtbare Fernseher, neue Küche, Bestuhlung, Zapfhahn etc., so die Empfehlung des Wirts vom “Bräustüberl Weihenstephan”, das er seit 2009 betreibt.

Genau in einer Zeit, als ebenso der als „Kiri“ bekannte und beliebte Wirt der „Taverna Marathon“, wie die TSV-Gaststätte heißt, selbige übernahm. Das aber ist dann auch schon die einzige Gemeinsamkeit der beiden Wirte. Und kennen tun sie sich auch nicht. Zumindest erkannte der Vortragende den „Kiri“ nicht, der als Besucher der öffentlichen Ausschusssitzung beiwohnte. Doch der tat dies mit zunehmend versteinerter Mine, denn Wimmers machte den vorherigen Wirt „Kiri“ für die untragbaren Zustände im Lokal verantwortlich. Was der gebürtige Grieche auf Nachfrage aber bestritt, denn so wie auf den Vorher-vielleicht mal nachher-Bildern hätte es in der Gaststätte nach seinem Auszug nicht ausgesehen. Er habe in seiner Zeit als Wirt tausende Euro in die Innenausstattung investiert, von Seiten der Gemeinde, Inhaberin des Geländes und des Gebäudes, aber zu wenig Unterstützung bekommen.

Im März 2020 kündigte der 58-Jährige seinen Pachtvertrag wegen anstehender Umbauarbeiten von Seiten der Gemeinde, die ungefähr ein Jahr hätten dauern sollen. Dies geschah im beidseitigen Einvernehmen. Der erfahrene Wirt, der bislang nach eigener Aussage acht Lokale betrieben hat, musste weiter Pacht zahlen; immerhin wurde ihm diese gestundet, nicht aber erlassen wie bei anderen Gaststätten. Er fühle sich von der Gemeinde übergangen, besonders auch an dem besagten Abend mit Thierry Wimmers. Zu Recht, denn der Vortragende wurde nicht darüber informiert, dass der ehemalige Wirt anwesend sei. Und auch die Ratsmitglieder, zu einem Großteil Stammgäste in der Sportgaststätte, geboten dem alles andere als schmeichelhaften Vortrag respektive der Kritik an “Kiri” nicht auch nur ansatzweise Einhalt.

Letztlich wurde immerhin entschieden, dass die nötigsten Dinge im Lokal angestrebt werden: Erweiterung des Küchenbereichs, Sanierung der Schankanlage, Neugestaltung des Tresens und energetische Sanierung betroffener Bereiche sowie ein barrierefreier Zugang. Entsprechende Fachplaner werden somit für eine Kostenschätzung beauftragt. Ein Jahr lang würde eine Sanierung dauern, so André Younes, Leiter Bautechnik im Rathaus und Hauptansprechpartner von Thierry Wimmers. Der Gastroexperte würde als Berater während der Maßnahmen zur Verfügung stehen. osw

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