Kirchseeon will interkommunale Zusammenarbeit

Umweltschutz: Alle in einem Boot – also gemeimsam rudern!

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Eine Kooperation mit anderen Gemeinden im Bereich Klimaschutz, das schwebt Kirchseeon vor. Jetzt gab es ein von einer Expertin die ersten Vorschläge, wie das funktionieren könnte

Kirchseeon – Noch bevor der Grünen-Antrag zum „Klimanotstand“ beraten wurde (wir berichteten), hatte der Marktgemeinderat Kirchseeon den Tagesordnungspunkt „Kommunales Energieeffizienzetzwerk“ auf dem Sitzungsplan. „Das Thema Klimaschutz beschäftigt uns permanent“, so Bürgermeister Udo Ockel, dem wie allen an einer Verbesserung der Situation gelegen ist, damit aber nicht Fahnen schwingend durch die Straßen zieht.

 Ockel ist Pragmatiker, hatte daher Kirchseeons Klimaschutzmanagerin schon vor geraumer Zeit um relevante Fachleute für den Austausch mit den Ratsmitgliedern gebeten. Die derzeit im Mutterschaftsurlaub abwesende Melanie Fuchs lud Petra Denk vom Institut für systemische Energieberatung an der Hochschule Landshut (ISE) ein. Ihr Angebot im Vortrag: Ideen und Erfahrungen zu Energieeinsparung-/ effizienzsteigerung zwischen verschiedenen Kommunen auszutauschen. ISE würde den Austausch, die Organisation übernehmen und schließlich energietechnisch beraten. Immerhin seit neun Jahren ist das Institut damit beschäftigt. Sechs bis zwölf Kommunen müssten sich zusammenfinden, nicht zwangsläufig alle direkte Nachbarn, so Petra Denk. Alle drei Monate Treffen, Erfahrungsaustausch, Fachvorträge, Verbesserung der Vernetzung; wobei jede Gemeinde gerne mit Bauamtsleiter, Hausmeister, Klimaschutzmanager und Bürgermeister komme darf und sogar soll. Vom ISE gibt es 30 Tage lang Beratung – zusätzlich mit den Netzwerktreffen. Liegenschaften werden unter die Lupe genommen, „pro Gemeinde erst einmal zehn Stück“, so Denk, die leidenschaftlich um diese Kombi aus Erfahrung-Austausch-Beratung-Verbesserung

wirbt. Ein Vertrag mit ISE hätte drei Jahre Laufzeit, 60 Prozent Förderung gibt es in dieser Zeit - und der kostet? Der Eigenanteil pro Kommune liegt bei 6.000 Euro plus Mehrwerststeuer im Jahr. Mögliche Skeptiker gab es jetzt erst Recht nicht mehr, und es stand nur eine Frage im Raum: „Sind wir da hindernd für das Eberwerk, das wir ja schon als Berater haben?“, so Grünen-Rat Rüdiger Za. Dem sei laut Denk nicht der Fall, die sich freilich im Vorfeld mit dem Geschäftsführer der Energieagentur ausgetauscht hatte. Bis Ende September müssten Fördergelder beantragt werden, nach Bewilligung im Februar käme es zur Vertragsunterzeichnung. „Wir können ja als Beschluss heute eine Interessensbehauptung abgeben“, schlug Ockl vor - und alle Fraktionen waren einstimmig dafür. Kein Werbegag diese Aktion vor dem Notstands-Antrag, sondern sachliche Überlegung, auch weil ISE mit Wasserburg, Germering oder Puchheim schon zusammengearbeitet hat. Sowohl die einstimmige Akzeptanz dieser Infoveranstaltung als auch der Konsens mit den Grünen zeigt: In Kirchseeon geht es leise und doch pragmatisch. osw

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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