Verstöße gegen Bauordnung

Stellplatz mit Blumenbeet

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Das war den Gemeinderäten doch zu viel: Das Vaterstettener Wohn- und Geschäftshaus wurde ohne Genehmigung immer wieder umgebaut.

Ein Wohn- und Geschäftshaus in Vaterstetten ist jahrelang immer wieder ohne Genehmigung umgebaut worden. Die Sache flog auf, weil nun ein Bauantrag bei der Gemeinde eingereicht wurde.

Vaterstetten – In dem Gebäude an der Bahnhofstraße befinden sich eine Arztpraxis, eine Physiotherapie, eine Tanzstudio und Wohnungen. Für den Arzt im Erdgeschoss sollten nun Kellerräume zu zwei weiteren Sprechzimmern und einem zusätzlichen Personalraum umgewandelt werden. Die Nutzfläche der Praxis würde sich so vervierfachen. Das Bauamt staunte allerdings nicht schlecht, als man den Ist-Zustand des Hauses mit den bei der Gemeinde archivierten Unterlagen verglich.

Bei genauerer Prüfung kam raus: Die Nutzung des gesamten Gebäudes wurde in der Vergangenheit teilweise ohne Genehmigung geändert. Die zulässige Gewerbefläche im Haus wurde nach und nach reduziert, damit insgesamt fünf weitere Wohnungen entstehen konnten. Im Gegenzug wurden Nebenräume im Dach für die Physiotherapiepraxis umgebaut. In diesem Zusammenhang wurden einfach aus einigen Stellplätzen Gärten gemacht. Von den insgesamt 26 ursprünglichen Parkplätzen auf dem Grundstück sind dadurch nur noch 22 übrig geblieben. Zudem gibt es einige, die man eigentlich gar nicht dazu zählen darf. Einer liegt an einer eigentlich als Durchfahrt gedachten Stelle, ein anderer kann nicht genutzt werden, wenn der Platz daneben besetzt ist. Eigentlich aber müssten bei der derzeitigen Nutzung des Gebäudes insgesamt 35 Kfz-Stellplätze vorhanden sein. 

Ein vom Eigentümer beauftragter Architekt kriegt jedoch allenfalls 28 Plätze unter. Und auch nur, wenn die Einfahrt verschoben würde. Die Gemeinde pocht allerdings darauf, dass dabei keine Bäume in der Bahnhofstraße gefällt werden müssen und auch alle öffentlichen Parkplätze bestehen bleiben. Dem Vorschlag, der Eigentümer zahlt für die fehlenden Parkplätze auf seinem Grundstück einfach eine entsprechende Ablöse, erteilten die Gemeinderäte eine eindeutige Absage. Selbst 7.000 Euro pro Stellplatz könne das Vorgehen nicht legalisieren. Zudem schaffe man einen Präzedenzfall. Nun muss sich die Bauaufsicht mit dem Fall intensiv beschäftigen. Dabei geht es auch um die Frage, ob die zusätzlichen Wohneinheiten mit den Privatgärten und die Erweiterung der Physiotherapie im Dachgeschoss nachträglich genehmigt werden können. Auf jeden Fall drohen dem Eigentümer entsprechende Bußgelder.die

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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