Aus dem Vaterstettener Gemeinderat

Parsdorf: Umfahrung trotz Corona-Krise

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Mit der Umfahrung soll im Ortskern von Parsdorf spürbar weniger Verkehr unterwegs sein.

Vaterstetten diskutiert über die Finanzierung der Ortsumfahrungen von Parsdorf und Weißenfeld in Krisenzeiten. Und lässt sich ein Hintertürchen offen.

Vaterstetten. Kann Corona die Ortsumfahrungen im nördlichen Gemeindegebiet kippen? Die Gegner der Pläne bedienten sich auf der jüngsten Sitzung jedenfalls des Virus. „Wir müssen die Ausgaben priorisieren“, argumentierte Axel Weingärtner (Grüne). Er warne schon seit Jahren davor, dass sich die Gemeinde die Umfahrung nicht leisten könne. Nun aber wisse man nicht, wie sich die Folgen der Pandemie auf die wirtschaftliche Situation auswirke, wie weit es die Gemeinde noch „runterreißt“. Da sei es zweifelhaft für die nächsten drei Planungsschritte einzuleiten. Die kosten insgesamt rund 350.000 Euro, im Rathaus rechnet man mit einer Verteuerung auf 500.000 Euro. „Wir können nicht eine halbe Million Euro freigeben, die uns woanders fehlen, das nimmt uns jeglichen Handlungsspielraum“, so Weingärtner. 

Ins gleiche Horn stieß Wolfgang Schermann (FW). Angesichts der zu erwartenden Ebbe in der Kasse sollte man auf das Projekt komplett verzichten. Deshalb werde man jetzt auch gegen die Vergabe der nächsten Planungsstufen stimmen. Zumal ja auch das Planfeststellungsverfahren und die Grundstücksgeschäfte noch nicht abgeschlossen seien. Diese Schritte müssten jetzt eingeleitet werden um den Bautermin noch halten zu können, erläuterte Bauamtsleiterin Brigitte Littke. Noch sei ein Puffer von fünf Monaten vorhanden. Der Parsdorfer Abschnitt muss bis Ende 2023 fertig sein, der Baustart soll im Juni 2021 stattfinden. 

Doch man könne sich keine Verzögerungen leisten, um den Investorenzuschuss in Höhe von 4,5 Millionen Euro nicht zu gefährden, warnte CSU-Sprecher Michael Niebler. „Wenn uns der durch die Lappen geht, dann besteht die Gefahr der Unfinanzierbarkeit.“ Sepp Mittermeier (SPD) erinnerte daran, dass die Umfahrung Voraussetzung für das Gewerbegebiet in Parsdorf gewesen sei. Und den Weißenfeldern werde schon sei fast 50 Jahren eine Verkehrsentlastung avisiert. „Wir können dieses lange versprochene Projekt nicht einfach canceln.“ 

Bürgermeister Reitsberger warb für einen Kompromiss. Statt gleich alle drei Phasen abzusegnen, sollte man zunächst nur einen Schritt tun und damit erstmal nur 60.000 Euro ausgeben. So halte man sich eine eventuelle Ausstiegsoption offen. Vielleicht könne man mit den Corona-Argumenten auch einen Aufschub beim Investor erreichen. „Die nächste Phase müssen wir sonst spätestens in zwei Monaten beschließen“, erklärte Littke. Unter der Auflage, dass es mit der stückchenweisen Vergabe nicht zu zeitlichen Verzögerungen komme, stimmte die Gemeinderatsmehrheit aus CSU, SPD und FDP zu. die

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