Vaterstetten verzichtet auf Gehwegbau

Anwohner kippen neuen Gehweg

Dahlienstraße in Vaterstetten samt Straßenschild
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In der Dahlienstraße wird es auch in Zukunft keinen Gewehweg geben

Die Gemeinde verzichtet auf den Einbau von Gehwegen in der westlichen Dahlienstraße. Anlieger hatten Angst um ihre Parkplätze

Vaterstetten – Die Dahlienstraße ist breit, sehr breit sogar für ein Wohngebiet. Bis zu 10 Meter beträgt der Straßenquerschnitt. „Das ist ein Standard wie im Gewerbegebiet mit Lkw-Verkehr“, erklärte Bauamtsleiterin Brigitte Littke auf der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Da würde ein zwei Meter breiter Gehweg locker reinpassen. Bislang gibt es sowas dort nicht. Doch genau wie in der Alpenstraße gleich nebenan wollen die Anwohner lieber Parkplätze vor ihrer Tür. Fußgänger, auch mit Kinderwagen und Rollator könnten ruhig auf der Straße gehen, so die Aussage gegenüber der Gemeindeverwaltung.

In diesem Tenor kamen aus den beiden Straßen etwa 50 Einsprüche gegen den Einbau von Gehwegen im Rahmen der geplanten Straßensanierung an. Die Gemeinde solle sich auf eine Neuasphaltierung beschränken. Insgesamt wohnen hier rund 200 volljährige Bürger in etwa 77 Haushalten. Laut Rathaus sind in dem Gebiet 132 Kfz angemeldet. „Es gibt aber auch welche, die wollen den Umbau“, betonte Littke. Zudem würden ja nach der Sanierung immer noch ausgewiesene Parkstreifen zur Verfügung stehen. Aber selbst eine eigene Informationsveranstaltung für die Anwohner konnte die Stimmung nicht drehen. Dabei sind Dahlien- und Alpenrosenstraße in einem desolaten Zustand. Ihre Sanierung wurde daher schon vor Monaten beschlossen. Geschätzte Gesamtkosten: Rund 890.000 Euro.

Nun soll in den beiden Straßen ein Gehweg mit 1,50 statt 2,10 Metern Breite eingebaut werden, allerdings nicht im westlichen Teil der Dahlienstraße. Der sei noch in besseren Zustand als die restlichen Straßenabschnitte. Zudem kamen von dort die meisten Proteste. So richtig glücklich ist man mit dem Kompromiss in der Gemeinde nicht. Die Gemeindestraßen würden nicht nur dem motorisierten Verkehr dienen, die Bauverwaltung halte explizit am Ausbau der Gehwege für schwächere Verkehrsteilnehmer wie Kinder, Behinderte und ältere Personen fest, unterstrich Littke. Man müsse auf alle, die zu Fuß unterwegs seien, Rücksicht nehmen, bekräftigte Vize-Bürgermeisterin Maria Wirnitzer (SPD) und verwies auch auf die in unmittelbarer Nähe geplante Kindertagesstätte bei Maria Linden. Die SPD stimmte daher geschlossen gegen den Kompromiss. Grundsätzlich sei der Ausbau einer Anwohnerstraße angesichts der Corona-Krise schwer darstellbar, fand hingegen FDP-Gemeinderat Klaus Willenberg. „Der Straßenausbau ist Pflichtaufgabe der Gemeinde“, klärte Littke ihn auf. Durch die Reduzierung muss die Gemeinde nun über 300.000 Euro weniger ausgeben. die

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