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Ringen um den richtigen Bauherrn

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Vaterstetten Baugebiet Dorftraße günstiger Wohnraum
Der freie Bauplatz an der Dorfstraße muss weiterhin auf den Bau von günstigen Wohnungen warten. © HJA

Vaterstetten tut sich schwer mit dem Bau von günstigem Wohnraum. Deshalb kommt es inzwischen zu Verzögerungen bei der Planung

Vaterstetten – Der Bedarf an günstigen Wohnungen in der oft als Grünwald von Ebersberg bezeichneten Gemeinde ist unbestritten. Nicht jeder kann sich hier eine millionenschwere Villa leisten. Doch mit der Umsetzung des Plans, im Neubaugebiet Vaterstetten Nordwest ein entsprechendes Wohnbauprojekt zu schaffen, tut sich Vaterstetten unerwartet schwer. So schwer, dass es inzwischen zu Verzögerungen kommt. Anfang Juli ist das Projekt zum Stillstand gekommen, der sich auf die Umsetzung der Planung, das Stellen des Förderantrags sowie die Schaffung von Baurecht auswirken wird. „Auch in der Bauleitplanung führt dies zu einem langsameren Fortgang“, schreibt die Rathaus-Verwaltung in der aktuellen Vorlage für die Gemeinderäte. Eine Wiederaufnahme des Projekts werde einen längeren Vorlauf haben, zumal das Architekturbüro und auch die Fachplaner in der Zwischenzeit voraussichtlich andere Projekte vorziehen bzw. übernehmen werden.

Um flott weiterzukommen, braucht die Verwaltung weitere Gemeinderatsbeschlüsse. Doch hier ist man sich immer noch nicht im Klaren, wer der richtige Bauherr für das Projekt ist. Von Genossenschaften hat man inzwischen eine Absage erhalten, nun ließen sich die Gemeindepolitiker von der gemeinnützigen kommunalen Wohnbaugesellschaft des Landkreises Ebersberg (WBEgKU) über die Vor- und Nachteile einer Übernahme des Wohnbauprojekts informieren. An dem Kommunalunternehmen beteiligen sich neben Landkreis schon die Gemeinden Grafing, Moosach und Anzing. 10.000 Euro Stammkapital und ein bebaubares Grundstück muss eine Kommune für eine Mitgliedschaft mitbringen. Der Vorteil für die Gemeinde: Keine Arbeit mit Planung, Bau und Betrieb, das Grundstück bleibt Eigentum der Kommune, die aber über die Mieter entscheiden kann. Der Bau erfolgt über einen Generalunternehmer. Planung und Bau könnten fix abgewickelt werden. Die 100 Wohnungen bereits 2024 bezugsfertig sein. Die Baukosten werden über Zuschüsse und Darlehen finanziert. Der Betriebsaufwand wird über die Mieteinnahmen gedeckt, es wird kein Zuschuss aus dem Haushalt der Kommune eingefordert.

Allerdings gibt es keine Zuschüsse für die Läden, das Sozialbürgerhaus, die Großtagespflege und Gäste-Appartements, wie in Vaterstetten-Nordwest eigentlich vorgesehen. Deshalb monierten die WBE-Vertreter auch das schlechte Verhältnis an vermietbarer Wohnfläche beim Gesamtprojekt. Denn auch alles, was nicht fürs tatsächliche Wohnen notwendig ist, wird nicht bezuschusst. Dabei geht es um Radabstellkeller, Grünflächen, aber auch Tiefgaragenplätze, vor allem für Kunden und Gäste. Das wären Anteile, die die Gemeinde selbst bezahlen müsste. Was wiederum zu Lasten des Städtebaus und der Qualität gehen würde, wie Bürgermeister Leonhard Spitzauer (CSU) anmerkte. Aber „alle Ziele sind hier nicht zu erreichen“.

Eine Entscheidung pro WBE fiel am Ende der rund zweistündigen Sondersitzung des Gemeinderats nicht. Das Gremium beauftragte lediglich die Kämmerei mit einer Wirtschaftlichkeitsberechnung und gab grünes Licht für die Entwurfs- und Genehmigungsplanung, sowie eine vorgezogene Kostenberechnung vom Architekten und den Fachplaner.

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