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Ärger über Zornedinger Kiesabbau-Pläne

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Bagger gräbt im Kies
Der geplante Kiesabbau bei Wolfesing könnte viel Schwerlastverkehr mit sich bringen. © NooScapes

Vaterstetten lehnt die Pläne zum Kiesabbau in Zorneding ab. Auf die angrenzenden Dörfer Wolfesing, Weißenfeld und Parsdorf könnte damit nämlich erheblicher Schwerlastverkehr zukommen. 

Vaterstetten – Drei sogenannte Konzentrationszonen mit einer Fläche von insgesamt 106 Hektar will die Gemeinde Zorneding für den Kies- und Sandabbau ausweisen. Zur Deckung des örtlichen Bedarfs wäre allerdings für die nächsten 15 Jahre nur eine Fläche von etwa 7,7 Hektar erforderlich. Der örtliche Bedarf wäre somit um etwa das Dreizehnfache überstiegen. Es geht also auch um einen überörtlichen Bedarf und damit verbundenen Schwerlastverkehr, der Kies und Sand abholt und wegfährt.

Man verstehe das Problem in Zorneding, das dem ungehemmten Kiesabbau in seinem Gemeindegebiet aus Gründen des Umweltschutzes sowie zur Sicherung städtebaulicher Entwicklungsmöglichkeiten und Freiräume einen Riegel vorschieben möchte, meinte Bauamtsleiterin Brigitte Littke auf der jüngsten Gemeinderatssitzung. Durch die Ausweisung der Konzentrationsflächen würde der Abbau in geregelte Bahnen gelenkt. Denn auf dem restlichen Flächen der Gemeinde wäre dann der Kiesabbau verboten. „Aber nicht in dem Volumen und zulasten von Vaterstetten!“

Die Konzentrationszone A bei Wolfesing mit einer Fläche von etwa 30 Hektar und einem Abbauvolumen von circa zwei Millionen Kubikmetern Kies und Sand grenzt direkt ans Vaterstettener Gemeindegebiet. Der Schwerlastverkehr soll auf Ortsdurchfahrten teilweise vermieden werden, indem der Abtransport auch nach Norden, zur Autobahn A94 und zum Autobahnkreuz München-Ost erfolgt. In den Unterlagen aus Zorneding würden aber nur Richtungen aufgezeigt, keine Fahrtrouten. Aufgrund der Lage könne man jedoch davon ausgehen, dass der Schwerlastverkehr über die Kreisstraßen EBE 4 und/oder EBE 17 geführt werde, welche durch die Ortsteile Weißenfeld und Parsdorf der Gemeinde Vaterstetten laufen. Daher erwartet Vaterstetten in diesen Ortsteilen eine erhebliche Verkehrsmengenzunahme. Die Gemeinde liegt das Beispiel einer anderen Kiesabbaufläche vor, wonach eine Kiesabbaumenge von circa 135.000 Kubikmetern einen zusätzlichen Mehrverkehr von 39 Lkws pro Tag an 230 Arbeitstagen im Jahr verursachen würde. Bei der Größe der Konzentrationszone in Zorneding mit zwei Millionen Kubikmeter sei also mit erheblich größeren Auswirkungen auszugehen, erklärte Littke. Diese Verkehrsmengenerhöhung ziehe auch eine erhebliche zusätzliche Lärmbeeinträchtigung der Anwohner nach sich. Die Vaterstettener haben noch ein zweites Problem. Die Fläche westlich von Wolfesing grenzt an die Ausgleichsflächen, die der Investor des Gewerbegebiets „Am Lerchenfeld“ in Parsdorf erworben hat.

Es müsse daher geklärt werden, inwieweit diese Flächen von dem Vorhaben negativ beeinflusst würden. Zumal ja auch Zorneding für den Kiesabbau derartige Ausgleichsflächen braucht. Wird die Konkurrenz um Ausgleichsflächen treibt den Preis nach oben, womit andere Vorhaben deutlich schwieriger werden. Zorneding sollte sich deshalb nochmal überlegen, ob der örtliche Bedarf nicht durch einen deutlich geringeren Flächenumfang gedeckt wäre. Jedenfalls lehnt Vaterstetten die Änderung des Flächennutzungsplans in dieser Form ab und sieht darin einen Verstoß gegen das interkommunale Abstimmungsgebot. Zorneding müsse dringend erstmal Gutachten zu Umwelt-, Verkehrund Schallauswirkungen für das Gemeindegebiet von Vaterstetten vorlegen, beschloss der Gemeinderat. „Wir hoffen zudem auf eine negative Stellungnahme der Landesbehörde“, erklärte Brigitte Littke. die

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