SPD fordert Luftfilter

Luftfilter für Vaterstettens Schulen gefordert 

Mann repariert mobilen Luftfilter
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Mobile Luftfilteranlagen sollen den Präsenzunterricht im Winter sicherstellen, so die Vaterstettener SPD

Um Schulschließungen zu vermeiden, fordert Vaterstettens SPD den Kauf von Luftfiltern für die Klassenzimmer. Doch das könnte schwieriger werden als es auf den ersten Blick scheint.

Vaterstetten – Um den Präsenzunterricht im Winter sicherzustellen, sollen die Klassenzimmer aller gemeindeeigenen Schulen in Vaterstetten mit portablen Luftfilteranlagen ausgestattet werden, die die Belastungen der Raumluft mit Bakterien und Viren reduzieren. Dies fordert die Vaterstettener SPD in einem aktuellen Antrag. Die Filter könnten nachweislich die Virenlast in den Räumen innerhalb kurzer Zeit stark reduzieren, argumentiert Vize-Bürgermeisterin Maria Wirnitzer (SPD) und verweist auf eine entsprechende Studie der Bundeswehr-Universität Neubiberg.

Die SPD rechnet nicht mit finanziellen Auswirkungen auf den Gemeindeetat. Schließlich habe die Staatsregierung angekündigt, 37 Millionen Euro für die Anschaffung derartiger mobiler Luftreinigungsgeräte mit Filterfunktion sowie CO2-Sensoren an Schulen bereitzustellen. Schließlich stelle das Kultursministerium eine Förderung von bis zu 100 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben in Aussicht. Je Raum soll es allerdings höchstens 3.500 Euro und höchstens ein Gerät geben. Laut Kultusministerium werden die mobilen Luftfiltergeräte allerdings nur bei Räumen gefördert, die nicht ausreichend durch gezieltes Fensteröffnen oder eine raumlufttechnische Anlage gelüftet werden können.

Das Ganze sei nur als „flankierende Maßnahme“ gedacht. Die 100 Prozent beziehen sich auf eine Förderung ohne Eigenanteil. Kostet allerdings das Gerät mehr als 3.500 Euro, muss die Kommune für die Differenz aufkommen. Kleine und günstige Geräte erfüllen jedoch in der Regel laut Uni-Professor Christian Kähler all diese Anforderungen nicht. Aus seiner Bundeswehrs-Studie zum sicheren Schulbetrieb während der Covid-19-Pandemie geht hervor, dass nur sich automatisch dekontaminierende Luftreiniger mit H14-HEPA-Filtern nach Standard EN 1822 in Frage kommen, um die Gesundheit von Schülern und Lehrern zu schützen. Derartige Geräte werden übrigens auch in Operationssälen eingesetzt und sind mit rund 5.000 Euro entsprechend teuer. Weitere Kriterien: Die Luftwechselrate muss dem sechsfachen des Raumvolumens pro Stunde entsprechen. Und das Gerät muss „hinreichend geräuscharm“ sein, damit es den Betrieb nicht stört. Sonst wird es schnell ausgeschaltet. Die Lautstärke der Geräte ist in der Regel abhängig von deren Größe. Kleine Geräte mit hohen Drehzahlen sind meist recht laut.

Das kann bis zu 70 Dezibel reichen. Aber selbst 45 Dezibel, wie beispielsweise mit einer Unterhaltung in Zimmerlautstärke oder einem Radio im Hintergrund, wären im Klassenzimmer schwierig. Doch Geräte ohne diese Eigenschaften seien nicht zur Pandemie-Prävention geeignet, erklärt Kähler. Worauf die Studie nicht eingeht, sind die Fragen nach Stromverbrauch und Filterwechsel samt Finanzierung. Zudem werden vom Kultusministerium offenbar nur Anlagen für Klassenzimmer, nicht für Hort- und Mittagsbetreuungsräume finanziert. die

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