Ehrensold fürs Ehrenamt

Ehrensold fürs Ehrenamt - Der Vaterstettener Martin Wagner erhält Pensionszuschuss

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Wagner (li.) damals beim Spatenstich für die neue Grund- und Mittelschule.

Vaterstettens langjähriger Vizebürgermeister Martin Wagner erhält für sein Ehrenamt einen freiwilligen Pensionszuschuss aus der Gemeindekasse.

Vaterstetten - Ehrenamt ist nicht gleich Ehrenamt. Kaum ein Vereinsvorstand erhält für seine Sitzungen eine Aufwandsentschädigung wie die Politiker in Kommunen und Landkreisen. Andererseits tragen letztere auch erheblich mehr Verantwortung für die Allgemeinheit und stellen Weichen für die Zukunft der Bürger. 

Einer, der sich hier außerordentlich engagiert hat, ist Martin Wagner (CSU). Seit 1973 im Gemeinderat von Vaterstetten, seit 1989 (mit sechs Jahren Unterbrechung) als zweiter Bürgermeister tätig. 

Mit den jüngsten Kommunalwahlen ist er aus dem Parlament ausgeschieden. Zum Abschied gab’s nun ein besonderes Dankeschön: Für seine Verdienste um die Gemeinde wird ihm künftig ein freiwilliger Ehrensold in Höhe von 600 Euro monatlich ausbezahlt. 

Der Hintergrund: Für die Bezüge als zweiter Bürgermeister wurden Rentenversicherungsbeiträge bezahlt. Doch als pensionierter Beamter werden ihm die daraus erworbenen Ansprüche von seiner Rente wieder abgezogen. Ein Nullsummenspiel. „Im Vergleich zu einem ehrenamtlichen Bürgermeister, der nicht Beamter wäre, erleidet Herr Wagner also einen deutlichen finanziellen Nachteil“, so das Fazit im Rathaus. Die 600 Euro wären in etwa das, was Wagner an gesetzlichem Anspruch erworben hätte. Die Idee mit dem Ehrensold war auf der letzten Sitzung des scheidenden Gemeinderats nicht unumstritten. „Die Allgemeinheit ist nicht dazu da, Ungereimtheiten im Beamtenbesoldungsgesetz auszugleichen“, regte sich Wolfgang Schermann (FW) auf. Zudem sei der Empfänger kein Bettler, sondern „wohl situiert und üppig versorgt“, für seine ehrenamtliche Tätigkeit auch gut bezahlt worden. Man müsse aufpassen, dass die Bevölkerung „nicht die Selbstbedienungsmentalität der Parteien“ anprangert. „Verleihen wir ihm lieber einen Ehrentitel, Geld braucht er nicht.“ Ein Ehrenamt mache nicht zusätzlich pensionsberechtigt, monierte Manfred Schmidt (AfD). Auch Axel Weingärtner (Grüne) wehrte sich gegen die freiwillige Leistung „in einer Zeit, wo Menschen um ihre Existenz kämpfen“. 

Dass der Beschluss zum Ehrensold nun ausgerechnet in die Corona-Zeit falle, sei kein Ausschlusskriterium, widersprach CSU-Sprecher Michael Niebler. Wagner habe sich über das normale Maß hinaus für die Gemeinde engagiert. „Er war mir eine große Stütze als zweiter Bürgermeister“, unterstrich Georg Reitsberger (FW). Die persönliche Situation des Empfängers sei für den Ehrensold völlig unerheblich, erklärte Bürgermeister-Referent Georg Kast. „Es geht nur um die Honorierung der Verdienste.“ Am Ende wurde der Ehrensold im wegen Corona auf einen Feriensenat reduzierten Gemeinderat gegen die Stimmen von Grünen, FW und AfD beschlossen. die

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