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Großer Wurf erwünscht 

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Von: Christian Schäfer

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Autos die in einer Schlange stehen
Auch mit Hilfe von Kameras sollen Daten über die Verkehrslage in Ebersberg ermittelt werden. Das Gutachterbüro versprict, das die Daten anonymisiert werden. © PinkBadger

Wie kann der Verkehr in Ebersberg verbessert werden? Eine komplexe Datenerhebung soll die Basis für Veränderungen bilden

Ebersberg – Auf Zahlen, Daten, Fakten soll das „Integrierte Mobilitätskonzept“ für das gesamte Ebersberger Stadtgebiet basieren. Bereits Ende September soll damit begonnen werden, sämtliche Verkehrsströme, die in Ebersberg stattfinden, zu erfassen. Ziel ist es, Lösungsansätze zu entwickeln, wie die derzeitige Situation verbessert werden kann. Mit der Erstellung des Konzepts ist ein Gutachterbüro für Verkehrs- und Raumplanung aus Innsbruck beauftragt.

„Der große Wurf war bisher nicht dabei“, sagt Bürgermeister Proske

Ansätze, den Verkehrsfluss in der Kreisstadt zu verbessern, gab es in der Vergangenheit schon viele. „Sind wir ehrlich: Der große Wurf war bisher noch nicht dabei“, konstatierte Bürgermeister Ulrich Proske. Als praktisches Beispiel führte Proske die sogenannte Amtsgerichts-Kreuzung im Osten der Stadt an.

So werden nun an drei Werktagen mittels Kameras an den Ortseingängen/-ausgängen, aber auch durch persönliche Befragungen im laufenden Verkehr sowie einer schriftlichen Bürgerbefragung, Daten ermittelt. Alle erhobenen Daten sollen schnellstmöglich anonymisiert werden. Für die Bürgerbefragung wollen die Gutachter an 900 ausgewählte Ebersberger Bürger einen Fragebogen schicken und erhoffen sich einen entsprechenden Rücklauf, um einen aussagefähigen und repräsentativen Datensatz in das Konzept einarbeiten zu können. Einen Schwerpunkt soll hier der Fahrradverkehr bilden. Vor gut zehn Jahren erfolgte im Rahmen des „Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes“ ISEK bereits eine Befragung. Trotz einiger Maßnahmen erweist sich die Verkehrssituation als schwierig. Auch der SPD-Ortsverband hatte vor einigen Jahren die Bürger aufgerufen, sich zu Gefahrenstellen für den Fahrradverkehr zu äußern und ein Resümee gezogen. Im Dezember 2021 forderte der interfraktionelle Arbeitskreis Verkehr „die Belastungen der Kreisstadt mit dem Kraftfahrzeugverkehr und insbesondere dem Schwerlastverkehr entlang der St2080 in der Stadtmitte zu reduzieren, und die Attraktivität für alternative Verkehrsträger zu steigern“.

Im Rahmen eines umfassenden Mobilitätskonzeptes durch ein externes Fachbüro sollen Lösungen erarbeitet werden, so die Forderung des nicht-öffentlich tagenden Ebersberger Arbeitskreises Verkehr.

Im Pressegespräch gaben die Gutachter Wörgel, eine Stadt mit 14.300 Einwohnern im Inntal in Tirol, als Referenz-Kommune an. Hier war ein Straßenneubau das hervorstechende Merkmal. ar

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