Gemeinderat uneins

Wieder kein Verkehrskonzept für Zorneding

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An dieser strittigen Stelle soll eigentlich der Verkehrsfluss ermittelt werden - in der hitzigen Debatte im Gemeinderat fiel jedoch kein Wort davon.

Es stockt in Zorneding. Der Gemeinderat kann sich nicht entschließen, wie das Thema Verkehr angegangen werden soll. Es folgt: die Vertagung

Zorneding – Dauerthema Verkehrskonzept: In Zorneding sorgen sich vereinzelt Gemeinderäte um eine nicht mehr überschaubare Verkehrsentwicklung in der Gemeinde. Und Anfragen/Beschwerden aus der Bürgerschaft verstärken den Druck, dass Verkehrszählung und folgende Konsequenzen zeitnah umzusetzen wären. Bereits im Januar diesen Jahres wurde eine dementsprechende Großmaßnahme wie sie auf Antrag aus der Bürgerversammlung gefordert wurde, mit 12:6 Stimmen abgelehnt.

 Umso bemerkenswerter, dass in der Maisitzung ausführlich ausgerechnet darüber diskutiert wurde, dass die Verwaltung über externe Partner eine Verkehrserhebung durchführen lassen sollte. Mit diesen Daten solle ein digitales Verkehrsmodell inklusive Verkehrssituation für das gemeindliche Verkehrsnetz erarbeitet werden. Beantragt hatten dies die Freien Wähler (FW). Besonders die CSU-Fraktion erkannte hinsichtlich der kürzlich erfolgten Ablehnung keinen Bedarf für die beantragten Maßnahmen. Im Vorfeld der Sitzung hatte die Verwaltung dennoch zunächst den Außendienst des Zweckverbandes kommunale Verkehrsüberwachung wegen Umsetzung so einer Dienstleistung angesprochen. Dies könne der Zweckverband aber nicht leisten, so die Antwort. 

Daraufhin wurden zwei Ingenieurbüros konsultiert, die bereits für Nachbargemeinden tätig waren. Der ausgewählte Anbieter rief für Verkehrszählungen, Haushaltsbefragungen und eine mikroskopische Simulation (Verkehrliche Vorgänge, Schwachstellen, Verbesserungsmöglichkeiten) Kosten um die 60.000 Euro auf. Über diese Höhe zeigte sich FW-Sprecher Wilhelm Ficker zwar „überrascht“, wollte aber zunächst am Antrag seiner Fraktion festhalten. CSU-Sprecherin Steffi Berndlmeier konnte sich immerhin für die Betrachtung von Einzelbrennpunkten wie die Bucherstraße erwärmen, aber das Großkonzept werde sie ablehnen, so ihr Veto im restlos besetzten Sitzungssaal. Die genannten 60.000 Euro würden die Gemeinde nicht aus der Bahn werfen, argumentierte Grünen-Rat Helmut Obermaier für den FW-Antrag. Und Werner Hintze (SPD) verwies auf die guten Erfahrungen, die etwa Vaterstetten mit einem in Auftrag gegebenen Verkehrskonzept gemacht habe: 1.000 Euro pro Mann pro Tag, das wäre eben heutzutage so üblich. 

Dass es an zuständiger Stelle in der Gemeindeverwaltung bereits Vorschläge zur Bucherstraße gäbe, darauf verwies CSU-Rätin Boher. Darüber scheinen wiederrum die FW-Vertreter nicht informiert gewesen sein, monierten diese überrascht. Nachdem sich die Diskussion immer mehr erhitzte, schlug Sitzungsleiter Piet Mayr einen Kompromiss vor: In der nächsten Sitzung des Bauauschusses soll es eine Vorberatung zu diesem Thema geben. Dieser soll ein Konzeptvorschlag folgen, der dann dem Gemeinderat vorgelegt wird. Fünf CSU-Mitglieder waren auch gegen diese Variante, ihnen schloss sich Vincent Kalnin (parteilos) an. Die Mehrheit aber bejahte Mayrs Vorschlag, nach dem die Freien Wähler ihren zuvor intensiv debattierten Antrag zurückgenommen hatten. Über die heuer beschlossene Verkehrszählung durch die kommunale Verkehrsüberwachung am Schmiedweg und der Bahnhofstraße (wir berichteten) wurde kein Wort gesprochen. osw

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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