Thema soll sich nicht länger im Kreis drehen

Braucht Zorneding ein Verkehrskonzept?

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Hilft ein neues Verkehrskonzept in Zorneding?

Soll es in Zorneding der große Wurf werden beim Thema Verkehr? Fest steht: Das Thema soll sich nicht länger im Kreis drehen

Zorneding – Zuletzt war der Antrag der Freien Wähler nach einem Verkehrskonzept noch im Zornedinger Gemeinderat diskutiert, dann aber in den Bauausschuss verwiesen worden. Dort legte der Verkehrsfachmann Spath, der schon für Grasbrunn, Vaterstetten oder Haar aktiv war, seine mögliche Vorgehensweise dar. In der ersten Phase gibt es eine Verkehrserhebung. Mittels Zählungen, Haushalstbefragung, Videokameras oder Stichproben bei Autofahrern außerorts will man sich ein Bild vom Innen-, dem Quell- und Durchgangsverkehr machen. 

Als „mühsam, aber wichtig“ für die Befragten bezeichnete Spath den so genannten Bewegungsfragebogen, worin das wann?, wie oft?, wohin?, wie lange?, zu Fuß?, Fahrrad?- S-Bahn? oder Auto? erfasst werden soll. Dahinter steckt aber die Idee, die Bevölkerung aktiv in die zukünftige Planung einzubeziehen. Die Zornedinger sollen ihre Einschätzung zu Ampeln, Parkplätzen, Staus, Radwegen, zur Verkehrssituation im Gemeindegebiet abgeben. Da das Thema Verkehr bei den Bürgerversammlungen immer wieder ein Schwerpunkt war, hatten die Freien Wähler ein Konzept gefordert. Dazu betonte Spath, dass die genannte Erhebung der erste Schritt für ein Mobilitätskonzept wäre, aus dem sich ein Verkehrsleitbild entwickeln lass, welches auch angesichts der wachsenden Bevölkerung und eben mehr Verkehrsteilnehmern nützlich wäre. Spath schlug die Einbeziehung der Bevölkerung mittels öffentlicher Meetings und Online-Karten vor, auf denen mittels Nadelstichen gezeigt werden kann, wen was und wo beim Verkehr stört. 

Den Lokalpolitikern empfahl der Experte einen mehrtägigen Workshop. So weit so gut, wenn da nicht beispielsweise die Kosten wären: 75.000 Euro für Phase 1, insgesamt müssten 150.000 Euro berappt werden. „Damit kann man auch was anderes machen“, kritisierte Chriatian Krumpholz (CSU). Er erinnerte an bereist erhobene Daten vom Planungsverband, was etwa den Durchgangsverkehr betreffe. Der CSU-Rat ergänzte: „Wir haben eine Umgehungsstraße, dadurch tausende Autos nach außen verlagert.“ Zu Beginn der Ausschusssitzung wies Bürgermeister Piet Mayr auf den Tenor aus dem Gemeinderat hin: Man kenne die Brennpunkte im Verkehr, daher wolle man nicht hören, was schon bekannt sei: Etwa Anzingerund Bucherstraße. Dafür würden jetzt Lösungsvorschläge erwartet. Eineinhalb Jahre müssten eingerechnet werden bis alle drei Phasen des Konzepts durch seien, so Spath. Davon entfallen etwa sechs Monate auf den Erhebungsprozess, diesem folgen das Evaluierungskonzept und dann die Realisierung. 

Die Mehrheit der Räte zeigte sich von Spath Vorschlägen zumindest insoweit überzeugt, dass diese Thematik nun erneut auf der Tagesordnung einer Gemeinderatsstzungen erscheinen wird. Und so dreht sich voraussichtlich die Verkehrsplanung für Zorneding nicht mehr länger im Kreis. osw

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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