Info-Tag Brenner-Nordzulauf

„brenna tuats“ – auch in Kirchseeon

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Dieses Logo gibt die Stimmung am Infotag in Rosenheim treffend wieder.

Vertreter des AK Bahnlärms waren beim Info-Tag Brenner-Nordzulauf in Rosenheim. Sie waren vom Zusammenhalt in der Region beeindruckt

Kirchseeon – Der Arbeitskreis Bahnlärm aus Kirchseeon ist zwar nach wie vor aktiv, doch Reaktionen von Seiten der Bahn waren und bleiben mau. Im Streckenbereich zwischen Grafing und München bewegt sich hinsichtlich zusätzlichem Lärmschutz wegen steigenden Zugverkehrsaufkommens nach Ausbaus des Brennerbasistunnels nichts. Mangelt es an der Zusammenarbeit der lokalen Initiativen/Arbeitskreise über den Gemeindebereich hinaus? 

Angesichts der ebenfalls betroffenen Gebiete in und um Rosenheim und dem Inntal respektive den dort gemeinsam Initiativen erscheint dies offensichtlich. Dort haben sich die Protestbewegungen zuletzt bei einer Demonstration mit gut 3.000 Teilnehmern gegen die negativen Auswirkungen des zusätzlichen Bahnverkehrs positioniert. Mit Folgen: Verkehrsminister Andreas Scheuer sah sich gezwungen, vor Ort zu erscheinen. Jedoch waren seine Aussagen über das ganze Planverfahren weder transparent noch plausibel, wie die Bürgerinitiative aus Riedering - „brenna tuats“ in ihrer Rückschau berichtet. Alexander und Susanne Hoepler (Leiterin Arbeitskreis Bahnlärm Kirchseeon) machten sich jetzt nach Rosenheim zur Inntalhalle auf. Ihr Ziel: „Info-Tag Brenner-Nordzulauf“. Infos, Fakten, Bürgerinitiativen (BI) und Fachvorträge bei freiem Eintritt. 

Initiiert wurde die Veranstaltung vom Brennerdialog Rosenheimer Land e.V. Und: In Kooperation mit elf Interessengemeinschaften/BIs aus dem Umland. Die Hoeplers waren die einzigen Repräsentanten aus dem Landkreis Ebersberg, und sie präsentierten Infos zum Flaschenhals München-Grafing. Zwar ist im Rosenheimer Gebiet das Thema Lärmschutz auf bestehenden Gleisen wichtig. Doch dort protestiert man vorwiegend gegen die geplanten Neubaustrecken und die starken Eingriffe in die Landschaft. Sie vertreten die Meinung, das es keine neuen Bahnstrecken oder Gleise bräuchte. Selbst bei Steigerung des Güterverkehrs würden die bestehenden Gleisanlagen nicht voll ausgelastet werden. 

Die Bahngegner im Inntal fordern verlässliche Prognosen und Zahlen für Bedarf und Wirtschaftlichkeit von Neutrassen, die sie von den Politikern und der DB nicht bekommen. Zudem: Ein Neubau würde Bestandsstrecken ins zweite Glied bezüglich verbesserter Lärmschutz-Maßnahmen rü- cken. Und genau hier setzten auch die Kirchseeoner an: Denn dort sollen ja keine neuen Gleise verlegt werden. Aber die alten werden auch nicht mit Lärmschutz versehen, obwohl der Zugverkehr von München nach Verona auch hier mit erhöhter Schlagzahl und somit erhöhtem Dauerlärm verkehren soll. 

Am Infostand der Kirchseeoner bildete sich eine Schlange interessierter Menschen aus Rosenheim und Umgebung. Sie wollten wissen, wie es denn rund um München mit den Problemen bestellt sei. „Die Resonanz war sehr gut“, sagte Alexander Hoepler. „Es bestand großes Interesse über die Situation im Raum München. Unser Fazit: Grafing-München ist auch nur zweigleisig und deshalb macht es keinen Sinn, die Planung in verschiedene Abschnitte aufzuteilen. Tatsächlich liegt der Flaschenhals nicht im Inntal, sondern bei uns. Und dieses Problem muss zuerst bei uns gelöst werden. Es braucht unbedingt vor jeder weiteren Planung ein Gesamtkonzept für die Strecke Trudering bis Kiefersfelden“, sagen die Beiden. 

Und: Die meisten Fragen der Zuhörer kamen zur Situation im Münchner Raum: Werden neue Trassen geplant, wie ist das Dialogverfahren, der Planungsstand, was ist unser Hauptinteresse, wie viele Bürgerinitiativen gibt es. Im Inntal bis Grafing werden Schnellstreckengleise geplant, im S-Bahn-Bereich München ist aber kein Platz für zwei neue Gleise. Müssen da Häuser weggerissen werden oder gibt es neue Trassen? Rückblick Hoeplers: „Beeindruckend war die Resonanz und der Rückhalt in der Bevölkerung. Hier ist sich eine ganze Region der Bedeutung des Themas bewusst und hat sich zusammengeschlossen.“ Dies sollte dann wohl auch eines der Ziele von Initiativbewegungen im Landkreis Ebersberg sein. osw

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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