Letzte Ausstellung 2019 im Ebersberger Kunstverein

Verschiedene Realitäten im Ebersberger Kunstverein

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Der Münchner Künstler Michael Lukas vor seinem Werk „occupied corner II“.

Vier Künstler aus ganz Deutschland stellen ihre „areale“ beim Ebersberger Kunstverein aus

Ebersberg – „areale“ ist die nächste und letzte Ausstellung vor der diesjährigen Sommerpause beim Ebersberger Kunstverein betitelt. Kommenden Freitag, 12. Juli wird sie eröffnet. Vier verschiedene künstlerische Gebiete oder Positionen – Areale eben - erwarten den Besucher. 

Die vier ausstellenden Künstler zeigen raumbezogene Arbeiten, die in einen Dialog miteinander treten, erzählt der Münchner Künstler Michael Lukas. „Unsere gemeinsame Schnittmenge liegt in der Thematisierung des Raums: Raum wird vermessen, durchschritten, definiert und neu definiert.“ Der Begriff „Kartografie“ könnte vielleicht den gemeinsamen Nenner dieses Künstlerquartetts bilden. Seine drei Kollegen heißen Brigitta Heidtmann, Sabine Schellhorn und André Schweers. Heidtmann kommt aus Krefeld, Schellhorn aus Bremen und Schweers aus Moers. Bei Lukas geht es tatsächlich um kartografische Darstellungen, allerdings nicht um die reale Wiedergabe von Geografie. Lukas bezeichnet seine Bilder vielmehr als „mentale und fiktive Karten“, die sich als Zellen „polyperspektivisch“ zu einem Ganzen zusammenfügen. Soll heißen, die einzelnen Bilder begreift der Mann als Elemente, die im Zusammenhang gesehen werden sollen. Neben den einzelnen Bildern bekommt so auch die Hängung eine Bedeutung. Lukas geht es dabei um das Ineinandergreifen verschiedener Realitäten. 

Denn: „Alles ist ständig in Veränderung, in Bewegung und Unruhe.“ Für Lukas gibt es demzufolge auch kein fertiges Bild und so wird jede Ausstellung zum einzigartigen Unikat. Wenn er zum Beispiel verschiedene Bilder übereinander anordnet, so ist das Ausdruck eines „simultan vernetzten Raumes“. Natürlich, schwingen hier beispielsweise die Ebenen von digitaler und analoger Welt mit. Das mit der Wahrnehmung von Realität ist ohnehin so eine Sache, kann sie doch ganz unterschiedlich begriffen werden – und schon sind wir bei „verschiedenen Realitäten.“ Konkret mit der Ebersberger Realität geht Schellhorn um. Sie recherchierte zunächst vor Ort, um Karten mit ortspezifischem Bezug entstehen zu lassen. Sichtbar zum Beispiel in ihrem raumgreifenden, schwarzen Teppichschnitt, der die Ebersberger Weiherkette ausgehend vom Egglburger See abbildet und sich über zwei Wände erstreckt. Hier wird Geografie tatsächlich in kartografischer Form dargestellt. Schellhorn greift aber auch schmiedeeiserne Ornamente aus St. Sebastian auf, die sie in mehrlagigen Filzschnitten auf eigene Formen reduziert. André Schweers will in seinen plastischen Aufzeichnungen und Skizzen urbaner Strukturen Geschichte sichtbarmachen und konservieren. Dazu greift er zu Lötkolben und Skalpell, mit denen er Weichschaummatten bearbeitet. Es entstehen Reliefs in Negativform, die im Atelier mit Papierpulpe ausgegossen und somit ins Positive übersetzt werden. Es geht ihm um das „Transferieren eines (historischen) Ortes in ein Bild (Relief), um es in Erinnerung zu halten.“ So transformiert zeigt er „Wege und Spuren von Zivilisation“, denn für ihn lagert sich „Gegenwärtiges ab und wird zum Sediment von Geschichte.“ 

Die Vierte im Bunde, Brigitta Heidtmann, zeigt Skulpturen aus Karton, MDF, Schichtholz und Gipskarton - zum Teil groß- formatig - und setzt ihre Plastiken ganz bewusst in Bezug zum Raum. Eine Art Maßstab für den Menschen entsteht, denn: „Die Formen haben eine Präsenz im Raum, die Objekte auf der Wand und am Boden verbinden sich mit dem jewei¬- ligen Ort. Durch die einfache Art der Konstruktion scheinen sie sich in einem Zwischenzustand zu befinden, und trotz eigener Unbeweglichkeit weisen sie auf mögliche Veränderungen und Veränderbarkeiten hin.“ Dass sich die vier Künstler zusammengefunden haben, ist eigentlich eher Zufall. Lukas lernte Schellhorn bei einer Gruppenausstellung kennen. Man lud sich gegenseitig zu Präsentationen ein. Und irgendwann erweiterte man den Kreis. Warum sie in Ebersberg ausstellen? Weil der Kunstverein einen sehr guten Ruf hat. Man bewarb sich und wurde eingeladen. 

Die Ausstellung ist bereits eröffnet worden. Öffnungszeiten sind Freitag von 18 bis 20 Uhr, sowie Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr. Zur Finissage am 4. August führen die Künstler ab 16 Uhr ein letztes Mal durch die Ausstellung.Kees

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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