+++ VOLKSFEST-MADL 2019 +++

Wir suchen das Ebersberger Volksfest-Madl 2019

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Auch 2019 suchen wir zusammen mit unseren Sponsoren und Festwirt Martin Lohmeyer das Ebersberger Volksfest-Madl.
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„Frauen und Geld“

Frauen und Geld – eine oft heikle Angelegenheit

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Geballte Frauenpower: von links, Angelika Rupp und ihre Kollegin Birgit Dimotsios vom Frauennotruf Ebersberg, Eva-Maria Bernigner von der Gleichstellungsstelle Ebersberg, Angelika Obermayr, Erste Bürgermeisterin in Grafing und die Finanzplanerin Stefanie Kühn.

Die Gleichstellungsstelle des LK Ebersberg und der Stadt Grafing organisierten zusammen mit dem Frauen- und Mädchennotruf Ebersberg einen Abend zum Thema „Frauen und Geld“, damit der Weg zu einem finanziell erfolgreichen Leben für Frauen möglich ist.

Stefanie Kühn, Honorarberaterin bot an diesem Abend einen Vortrag, der mit Humor und Leichtigkeit der eigentlichen Schwere des Themas trotzte. Bis auf den letzten Platz war die Bücherei in Grafing am Weltfrauentag besetzt. Sogar Angelika Obermayr, Erste Bürgermeisterin saß mit im Publikum. Zirka hundert Frauen kamen zum Vortrag – und nur ein mutiger Mann. 

Angelika Rupp, die Leiterin des Frauennotrufs, betonte in ihren Begrüßungsworten, dass es bei Gewalt gegen Frauen meistens immer um Geld geht, eine ökonomische Gewalt im Spiel ist. So gibt es Frauen im Landkreis, erzählt sie unter anderem, die über kein eigenes Konto verfügen, keinen Zugang zum Familienkonto bzw. -geld haben, die den Haushalt mit dem vom Staat gezahlten Kindergeld stemmen müssen. Ganz zu schweigen von einer Altersvorsorge oder dass sich diese Frauen im Falle einer Trennung selbst versorgen können. Ohne finanzielle Freiheit, ist nach Worten von Rupp, keine Gleichberechtigung möglich. 

Beeindruckt von Rupps Erzählungen äußerte Stefanie Kühn, die Vortragsredende an diesem Abend sogleich in ihren Einführungsworten, dass es ihr wichtig ist, dass die Frauen Handwerkszeug mit nach Hause nehmen, damit solche Situationen, wie eingangs beschrieben, eben nicht passieren. Der ganze Abend, war eine Aneinanderreihung von handfesten Ratschlägen, die alle mit einer gewissen Disziplin umsetzbar sind. Wobei Kühn durchaus differenzierte, dass Frauen in Gewaltsituationen zuerst eine andere Art von Hilfe bräuchten. 

Die Honorarberaterin hatte selbst schlechte Erfahrungen in der Finanzdienstleistung gemacht und hatte so vor Jahren entschieden, sich selbständig zu machen. Vor allem unabhängig vom Prämien- und Bonussystem der Finanzprodukte. So zahlt der- oder diejenige, die sich von Kühn beraten lassen, nur die tatsächliche Leistung der Beratung an sich. „Geld wird einfach zu wenig Bedeutung zugemessen“, das war das Credo des Abends. Wir beschäftigen uns scheinbar nur gerne damit, wenn wir es ausgeben. So war der erste Tipp des Abends, doch wieder mit dem altbewährtem Haushaltsbuch zu beginnen, und hier vor allem die Ausgaben unter Kontrolle zu halten. Des weiteren spricht sich die Geldexpertin für ein absolutes Nein zu Konsumschulden aus. „Es gibt einfach keine Küche auf Pump oder alle fünf Jahre ein neues Auto“. Die Altersvorsorge würde auf deutschen Straßen herumfahren und dort hat sie nichts zu suchen. „Man kann auch kleine Autos fahren oder ein Altes und bedenken Sie immer: Erst sparen, dann ausgeben!“. 

Nicht angepasste Ausgaben sind nur ein Punkt, warum es mit der Altersvorsorge nicht klappt. Neben Vorversterben des Partners, Scheidung, einer zu geringen Rendite der Sparanlagen bzw. Fehlinvestition oder einfach, weil wir immer älter werden, all das erschwert oder macht einen gute Versorgung im Alter unmöglich. Kühn, die auch als Mentalcoach arbeitet, gibt den aufmerksam zuhörenden Damen mit auf dem Weg, durchaus einmal über ihre Glaubenssätze hinsichtlich Geld und Finanzen nachzudenken. 

Introjekte nennt man Verhaltensweisen und Ansichten, die sich aus dem Elternhaus in das eigene Leben übertragen. „Welche Sätze haben sie zu Hause gelernt, wenn es um Geld geht?“ Vielleicht, dass Geld unwichtig ist, Frauen davon nichts verstehen? Fünf Regeln gilt es zu beachten: 

1. Das absolute Nein zu den schon erwähnten Konsumschulden (keine Küche auf Pump), 

2. Nur in Anlagen investieren, die man versteht (in der Praxis haben Kunden von Kühn oft keine Ahnung, was für Verträge sie unterschreiben) 

3. Planen Sie KEIN Erbe ein, 

4. Halten Sie stets eine Notfallreserve von 3 – 5 Nettoeinnahmen bereit, 

5. Bedenken Sie, dass mehr Chancen auf Zinsen & Co auch mehr Risiko bedeuten. 

Bei all dem geht es laut der Finanzplanerin nicht darum reich zu werden, sondern dass Frauen ein Leben im Alter führen können, das sie wollen. Kapitallebensversicherungen, Rentenversicherungen und Bausparverträge, alles Klassiker der Absicherung im Alter kommen heute nicht mehr in Frage. 

Drei Dinge sind wichtig: Ein Tagesgeldkonto, auf dem die Notfallreserve liegt, Festgeld, als langfristige Anlage und Aktien, um die nötige Rendite zu machen. Und hier zum Beispiel die relativ sicheren ETF Aktien – ein börsengehandelter Indexfonds, den man schon mit 25 Euro im Monat beginnen kann. Es ist alles kein Hexenwerk, so die Essenz des Abends, aber ein wenig Wissen muss Frau sich schon aufbauen und vor allen Dingen: immer alles verstehen, was man macht. Lieber klein und fein, als den Überblick verlieren und vielleicht auch Geld. Auf zinsen-berechnung.de kann man anhand der gewünschten Höhe der Altersversorgung errechnen lassen, wie viel dafür monatlich eingesetzt werden muss. „Dann müssen Sie nur noch eine Entscheidung treffen und anfangen für sich zu sorgen“. 

Selbstverantwortung konnte an diesem Abend in jedem Teilbereich als Überschrift gesetzt werden. Frauen müssen sich laut Kühn überlegen, ob sie sich das leisten können, nicht für sich vorzusorgen. „Wenn eine Frau lange Jahre nicht in eine Rente einzahlt, dann muss sie auch dafür die Verantwortung tragen, nicht gut versorgt zu sein.“ Die Tipps, Ratschläge und der kritische Blick auf das Thema Frau und Geld bleiben nachhaltig in einem präsent, noch nicht einmal wegen der Wichtigkeit des Themas, sondern weil der Abend trotz allem von Leichtigkeit und Humor getragen war. Der Mutmacher am Schluss hieß dann auch: „Bleiben sie kühn“. Es braucht durchaus Mut sich diesen Themen zu stellen, die nötige Portion dafür gab es an diesem Abend. Andrea Tretner

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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