Trotz Krise geöffnet

10 Jahre Galerie Fichter in Grafing

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Waltraud Fichter in ihrer Galerie in der Lederergasse

Waltraud Fichter darf ihre Ausstellungsräume nach sechswöchiger Pause wieder öffnen.

Grafing – Eigentlich wollte Waltraud Fichter das zehnjährige Jubiläum ihrer Galerie in der Grafinger Lederergasse groß feiern. Eine gesellige Vernissage war geplant, bei der die Malerin ihre neuen Bilder der Öffentlichkeit präsentieren wollte. Doch wegen der Corona-Krise wird daraus jetzt erst einmal nichts, denn Veranstaltungen sind nach wie vor nicht erlaubt. 

Immerhin aber darf die Grafingerin ihre Ausstellungsräume nach sechswöchiger Pause wieder öffnen. Und ihre Bilder, so sagt sie, könne man auch ohne Vernissage betrachten. So freut sie sich über jeden, der zu ihr kommt, entweder zu den offiziellen Öffnungszeiten der Galerie (Freitag 9 bis 12 und 15 bis 18 Uhr sowie Samstag von 9 bis 12 Uhr) oder nach telefonischer Vereinbarung, Telefon: (01 76) 20 45 36 35. Zu sehen gibt es Einiges, denn mit dem Pinsel ist die agile Frau regelrecht verwachsen. „Ich male seit 38 Jahren,“ erzählt sie, „habe Seminare besucht und an der Kunstakademie in Bad Reichenhall studiert.“

Mit Ausstellungen ist sie seit über 30 Jahren im Landkreis und darüberhinaus präsent. Ob in den Rathäusern in Grafing oder Ebersberg, im Alten Kino, der Ebersberger Sparkasse, in München oder in Rosenheim, ihre blütenreichen Impressionen waren immer wieder zu bewundern, temporär. Doch ihr Traum war Dauerpräsenz. Vor zehn Jahren bezog sie deshalb das Ladenlokal in der Lederergasse. Mehr als 300 Bilder stehen dort herum. Natur, Bewegung und Freiheit sind ihre Themen. „Das spiegelt sich in all meinen Bildern,“ erzählt Fichter. Was ihr dabei wichtig ist, ist ausschließlich Positives darzustellen. 

Mit negativen Dingen möchte sie sich in ihrer Malerei nicht beschäftigen. „Das liegt daran, dass ich ein positiver Mensch bin und mich nicht herunterziehen lassen möchte.“ Gegenständliches ist zu sehen, Landschaften, Blumen, Menschen in Bewegung, etwa Sportler, aber auch abstrakte Malerei. Darin geht es um Freiheit, erklärt Fichter. „Das sind alles keine Zufallsbilder, ich arbeite immer nach einem Konzept.“ Da geht es um Farb -und Lichtspiele, um Intensitäten, um Wärme, um Kraft und Bewegung. Ihre neuste Serie nennt sie „Fortschritt“. In warmen Farben, in einer Art Naturdarstellung schreiten abstrakte Personen. Es sind dunkle Momente abgebildet, die Wärme vermitteln sollen, Striche, die Bewegung ausdrü- cken. Erklären will Fichter nicht, was sie damit meint, denn sie möchte dem Betrachter Freiraum lassen und so sieht man tatsächlich „frei“ in die Bilder hinein, heißt, man kann den eigenen Assoziationen freien Lauf lassen und spiegelt sich am Ende selbst darin. Ihre Serie „Fortschritt“ beschäftigt sich mit Entwicklung, oder wie sie es ausdrückt: „Nach jedem Rückschritt kommt ein Fortschritt.“ Und so klingt dann doch auch ein wenig die Corona-Krise an – vor allem Fichters Sicht auf eine mögliche positive Entwicklung. 

Nicht alles ist frei gestaltet, ihre neuste Magnolien-Kreation beispielsweise ist sehr konkret und gegenständlich. Aber auch hier ein Spiel mit Farbe und Licht. „Es braucht Mut, Disziplin, Fleiß, Kraft und ein wenig Begabung, um das Eigene verwirklichen zu können,“ erklärt sie und ist stolz darauf, dass es ihr gelungen ist, ihren Traum umzusetzen. Seit fünf Jahren gibt Waltraud Fichter auch individuellen Malunterricht, heißt Einzelunterricht, in dem sie jeden Schüler dort abholt, wo er gerade steht. Und dann liest sich noch aus einem ihrer Gästebücher vor. Da heißt es etwa „In den Zeichnungen zeigt sich das Können, in den vielen Bildern die unendlich reiche Kreativität und Kraft.“ Wir wünschen ihr alles Gute zum zehnjährigen Jubiläum ihrer Galerie. Kees

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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