In zwei Monaten ist Weihnachten

Christmette im Stadion

Gottesdienst mit Kerze im Vordergrund
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Weihnachten in der Kirche? Das wird in diesem besonderen Jahr schwierig. Doch die Kirchen zeigen sich kreativ

In zwei Monaten ist Heiligabend. Für die Kirchen der Tag mit den höchsten Besucherzahlen. Doch wie soll das mit Corona funktionieren?

Landkreis – Zu Weihnachten in die Kirche – das gehört in vielen Haushalten einfach dazu. Aber niemand weiß, wie sich die Corona-Pandemie bis zu den Feiertagen entwickeln wird. Wie gehen die Kirchengemeinden mit dieser Unsicherheit um?

In Vaterstetten plant die evangelische Petrikirche tatsächlich am 24. Dezember ins örtliche Sportstadion umzuziehen. „Das Weihnachtsthema ist ja die Herbergssuche und genau dies spiegelt sich jetzt wieder“, erklärt Pfarrer Stephan Opitz. Die Idee mit dem Stadion sei sicher skurril, „aber durch Corona müssen wir völlig neu denken“. Im Rathaus habe seine Anfrage viel Anklang gefunden, freut sich Opitz.

Die rund 1000 Plätze unterm Stadiondach werde man wegen der Abstandsregeln nicht alle besetzen können, „aber es gibt rundherum auch noch viel Stehplätze“. Mit Bläsern und Kerzenschein will der Pfarrer einen stimmungsvollen Gottesdienst zaubern. Damit er ganz besonders wird, sollen möglichst viele Menschen kommen. „Allen, die Lust darauf haben: Herzlich Willkommen im Stadion!“

Gerne hätte Stephan Opitz die Stadion-Mette zusammen mit den Katholiken gefeiert, doch die planen ein eigenes Corona-Szenario. „Im Stadion gibt es keine so schöne Atmosphäre“, meint Pfarrer Hans-Joachim Brennecke vom katholischen Pfarrverband Vaterstetten. Die Katholiken wollen mit ihren vier Weihnachtsgottesdiensten in einen großen Bauernstadl in Baldham-Dorf ausweichen. Ein Vorbereitungsteam beschäftige sich bereits mit der entsprechenden stimmungsvollen Gestaltung.

In der evangelischen Kirchengemeinde Markt Schwaben wird gerade alles diskutiert – vom Sportplatz übers Stadion bis hin zum Marktplatz. Vielleicht auch ein Gottesdienst, die zunächst in der Kirche startet – dabei denkt man vor allem an die Senioren – und danach draußen fortgesetzt wird. Dort dann eventuell auch als ökumenische Veranstaltung. „Alles ist möglich“, heißt es aus dem Pfarrbüro. Die entsprechenden Abstimmungssitzungen finden nächste Woche statt. Klar ist nur: Eine Absage kommt nicht in Frage. Denn „Heiligabend ist Kirchgang und ein Gemeinschaftserlebnis“.

Auch in Poing gibt es offenbar Überlegungen für „was Ökumenisches“. Bei der evangelischen Kirchengemeinde finden nächste Woche entsprechende Vorbesprechungen statt. Eine wichtige Frage: Wie bündeln wir Kapazitäten und Ressourcen? Denn viele Mitarbeiter stehen an Heiligabend nicht zur Verfügung.

Wie in allen Kirchengemeinden macht man sich auch bei der evangelischen Christophorus-Gemeinde Zorneding intensive Gedanken über die Durchführung der Weihnachtsgottesdienste. Bislang sei aber noch nichts entschieden. „Wir überlegen schon seit August, wie wir das Weihnachten machen“, so die Auskunft vom Pfarrbüro St. Sebastian Ebersberg. Vielleicht was „Ökumenisches“, aber derzeit sei noch gar nichts spruchreif. Schließlich hänge viel von dem dann herrschenden Corona-Status und den dann gültigen Auflagen ab. Die Ebersberger Pfarrei gehört zum Pastoralraum, der bis nach Steinhöring reicht. Es werde wohl eine sehr kurzfristige Entscheidung, hört man aus Zorneding.

Im Pfarrverband Grafing bleibt Pfarrer Anicet Mutonkole-Muyombi beim Klassiker Kirche. Aber mit Anmeldung. Allein die Kinder-Christmetten will er an verschiedenen Orten im Freien feiern.

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