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Menschen unterstützen, Umwelt beschützen

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Christine Bloch arbeitet bei der Tafel Poing. In unserer Ehrenamtsreihe schreibt sie über ihre Arbeit

Poing – Ich lebe seit über 24 Jahren in Poing, bin verheiratet und habe drei bereits erwachsene Kinder. Irgendwann ist mir bewusst geworden, wie viele Lebensmittel, die noch zum Verzehr geeignet sind, in den Müllcontainer wandern und vernichtet werden. Ich war zum damaligen Zeitpunkt bei der Nachbarschaftshilfe in Poing tätig und kam so nicht nur mit gutsituierten Familien in Kontakt, sondern auch mit Menschen, die über kein großes Einkommen verfügen, mit Rentnern, die nur eine niedrige Rente bekommen oder mit alleinerziehenden Müttern. 

So reifte irgendwann bei mir die Idee mit der Tafel. Meine Tafel-Geschichte selbst beginnt im Jahr 2002 mit der Gründung der Poinger Tafel, der 1. Tafel im Landkreis. Wenige Wochen später folgten dann die Vaterstettener. Heute gibt es zehn Tafeln beziehungsweise Lebensmittelausgabestellen im Landkreis. Nachdem in den letzten Jahren doch recht viel über die Arbeit der Tafeln berichtet wurde, will ich in zwei Sätzen zusammenfassen, worum es uns geht: Auf der einen Seite wollen wir Menschen mit niedrigem Einkommen mit der Ausgabe von Lebensmitteln und anderen Dingen des täglichen Bedarfs unterstützen. Auf der anderen Seite werden durch unsere Arbeit noch zum Verzehr geeignete, also noch gute Lebensmittel, vor der Vernichtung in der Abfalltonne gerettet. Bei uns verbinden sich Ökonomie mit Ökologie. Und was man nicht vergessen darf, wir sind auch ein sozialer Treffpunkt für unsere Kunden und Helfer. Bei uns in Poing gibt es aber neben Lebensmitteln auch guterhaltene Kleidung, Schuhe, Spielzeug und Geschirr. 

Wir vermitteln Möbel, wie Wohnzimmer- und Schlafzimmerschränke, Sofas, Betten, Schreibtische, Fernseher, Kühlund Gefrierschränke. Helfen aber auch bei der Jobsuche, bei Vorstellungsgesprächen und beim Ausfüllen von Formularen. Alte, kranke und gebrechliche Tafelkunden*innen bekommen ihre Lebensmittelkiste nach Hause geliefert. Einmal im Jahr gibt es bei uns die sog. „Eichhörnchen-Aktion“. An diesem Tag stellen wir uns mit unserem Infostand vor einen Discounter und bitten darum, ein Produkt mehr einzukaufen und dieses dann der Tafel zu spenden. An den Feiertagen wie Weihnachten und Ostern gibt es bei uns die Patenaktion, das bedeutet, dass ein Pate ein Tafelkind beschenkt, wobei der Pate nur den Vornamen und das Alter des Kindes kennt. Jeder Besucher der Tafel, auch die berechtigten Familienangehö- rigen bekommen zum Geburtstag einen Einkaufsgutschein oder einen Gutschein für einen Besuch beim Friseur. Außerdem vermitteln wir kostenlose Schwimmkurse für die Kinder und Freizeiterlebnisse sowie ein Alleinerziehenden-Wochenende in Zusammenarbeit mit dem Kinderschutzbund. Wir kümmern uns um alle, die Hilfe nötig haben, auch außerhalb des Tafeltages. Für mich als Leiterin der Poinger Tafel ist die Tafel ein Halbtagsjob – natürlich ehrenamtlich. Denn es gibt nicht nur die Tafelgänger, sondern auch die Einzelhändler, mit denen man Kontakt halten muss. Außerdem muss man immer die Augen und Ohren offen halten, wo es Sponsoren nicht nur für Lebensmittel, sondern auch für Sachleistungen gibt. 

Dann habe ich noch 50 ehrenamtliche Mitarbeiter*innen, die verwaltet, geschult und eingearbeitet werden wollen. Es gilt Fortbildungen und Arbeitsessen zu organisieren. Auch die Tafeln im Landkreis treffen sich regelmäßig zum Austausch. Und dann gibt es noch die Öffentlichkeitsarbeit, wie zum Beispiel das Schreiben eines Artikels, in dem die Arbeit der Tafel dargestellt wird. 

Termine

Am Mittwoch, 15. Januar ist Antragsschluss für die nächste Ausgaberunde der bayerischen Ehrenamtskarte. Weitere Infos unter https://ehrenamtl.lra-ebe.de

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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