Windkraftanlagen im Ebersberger Forst

Wind & Gegenwind

5 Windräder sind im Ebersberg Forst geplant
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5 Windräder sind im Ebersberg Forst geplant

Die geplanten Windkraftanlagen im Ebersberger Forst polarisieren. Landrat Robert Niedergesäß wünscht sich ein repräsentatives Votum

Landkreis Ebersberg – Die Briefwahlunterlagen für den Bürgerentscheid zur Windenergie im Ebersberger Forst sind unterwegs in die Haushalte. Die Landkreisbürger können bei dieser Premiere – der erste Bürgerentscheid auf Landkreis­ebene – bis einschließlich 16. Mai ihre Stimme abgeben. Und selten wurde ein Thema landkreisweit so kontrovers diskutiert. Die Schutzgemeinschaft Ebersberger Forst hat zusammen mit dem LBV Ebersberg, der Landschaftsschutzgemeinschaft Ebersberger Forst und dem Verein BI ST280 Schwaberwegen und Moos einen Flyer herausgebracht.

Die vier Vereine sagen: „Die Begrenzung auf fünf Windkraftanlagen im Ebersberger Forst bleibt ein leeres Versprechen.“ Laut der gemeinsamen Pressemitteilung würde selbst die zuständige Juristin im Landratsamts Ebersberg darauf hinweisen, dass eine dauerhafte, rechtssichere Begrenzung auf fünf Windkraftanlagen im Forst juristisch nicht möglich sei. Zitiert wird auch der Vorsitzende Richter a.D. Peter Fischer-Hüftle, Rechtsanwalt und Naturschutzgesetz-Kommentator. Seiner Meinung nach reiche schon eine Koalitionsvereinbarung oder ein Kabinettsbeschluss, der den Bayerischen Staatsforsten (BaySF) den verstärkten Ausbau von Windkraftanlagen im Staatswald empfehle . Dies würde ausreichen, dass die BaySF den Vertrag „aus wichtigem Grund“ kündigen könnten.
Die vier Vereine fordern unter anderem deshalb ein klares Nein beim Bürgerentscheid.

Anders sieht es die Ebersberger Agendagruppe Konsummuster, Gesundheit, Lebensstil und Energie. Sie schreiben in einer Pressemitteilung, dass ein Ja beim Bürgerentscheid bayernweit Aufmerksamkeit erzeugen würde und das Votum ein wichtiges Signal an die Politik sei, die Energiewende weiter voranzutreiben.

Mit den regenerativ erzeugten Energien habe man eine erprobte und leistungsstarke alternative Technologie, welche die Natur schonen, den Wald erhalten und trotzdem genug Energie erzeugen würde. Die Windräder im Forst würden nur 0,02 Prozent der Waldfläche benötigen. Diese würde ausgeglichen auch ausgeglichen werden. Die Agendagruppe argumentiert, dass die erzeugte Energie auf kurzem Wege an die Landkreisbürger geliefert werde. Und: für diese Energie müsse man kein Gas aus Russland, kein Öl aus Arabien oder kein Fracking-Gas aus den USA abnehmen.

Die Agendagruppe engagiert sich auch deshalb laut Pressemitteilung für eine erfolgreiche Bürgerzustimmung für die Freigabe zur Vorbereitung der fünf Windräder im Forst.
„Jetzt haben die Landkreisbürgerinnen und –bürger das Wort“, so Landrat Robert Niedergesäß in einer Pressemitteilung. Die Bürger hätten die Chance, über dies so wichtige Thema für den Landkreis abzustimmen. „ Ich hoffe, dass möglichst viele von ihnen sich beteiligen, damit wir ein repräsentatives Votum erhalten“, so der Landrat abschließend. - sc

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