Windräder im Ebersberger Forst

Frischer Wind jetzt auch in den Gemeinden?

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Die fünf Windkrafträder im Ebersberger Forst werden nicht reichen, um die Energiewende im Landkreis Ebersberg zu bewältigen.

Die fünf Windkrafträder im Ebersberger Forst werden nicht reichen, um die Energiewende im Landkreis Ebersberg zu bewältigen. Wie geht es jetzt in den Gemeinden weiter? 

Landkreis Ebersberg – Der Bürgerentscheid zu Windrädern im Ebersberger Forst fand eine knappe Mehrheit für ein solches Vorhaben. Freilich haben verschiedene Gemeinden unterschiedliche Wahlergebnisse zu verzeichnen. Wie bewerten die Bürgermeister die Ergebnisse? Und wird es jetzt in mehreren Gemeinden neu über die Windkraft diskutiert werden? Wir haben mit einigen Bürgermeistern gesprochen

„In Anzing werden wir (...) bei der Energiewende nicht nur auf Windräder setzten“ Kathrin Alte, Bürgermeisterin

In Anzing, direkt am Forst gelegen, gab es die höchste Ablehnungsquote. „Der Bürgerentscheid über die Windkraft im Ebersberger Forst hat das erwartete knappe Ergebnis gebracht. Die deutliche Ablehnung in Anzing mit über 70 Prozent ist darüber hinaus ein Signal, das auch im Landkreis gesehen werden muss“, sagt Kathrin Alte, Anzings Bürgermeisterin Wer jetzt Sieg oder Niederlage ausruft, wird dem Ergebnis absolut nicht gerecht. Die Bedenken aller, die mit „Nein“ gestimmt haben, müssen ernst genommen werden“, so Alte weiter. „Als direkter Anrainer sind wir in Anzing mehr als viele andere Kommunen besonders betroffen. Für uns als Gemeinde und für mich als Bürgermeisterin ist dieses Ergebnis der Auftrag, die weiteren Planungen und die mögliche Umsetzung sehr kritisch zu begleiten. In Anzing werden wir bei der kommunalen Energiewende nicht nur auf Windräder setzen.

Wir werden beim Thema Windkraft auf die Zusammenarbeit auf Landkreisebene setzten, Josef Oswald, Bürgermeister

Ganz anders zeigte sich das Wahlergebnis in Glonn. Hier war die Zustimmung für die Windräder im Forst am höchsten. „In der Gemeinde Bruck, das zur Verwaltungsgemeinschaft (VG) Glonn gehört, steht bereits ein Windrad bei Hamberg“, sagt Glonns Bürgermeister Josef Oswald. „Ein zweites ist in Planung im Grenzbereich zur Gemeinde Moosach. Die Gemeinden Oberpframmern und Egmating, ebenfalls in der VG-Glonn, sind in der ARGE Höhenkirchner Forst involviert. Hier gibt es bereits Baurecht für drei Windräder auf dem Gemeindegebiet von Höhenkirchen-Siegertsbrunn, welches an die VG-Gemeinden angrenzt“, so Oswald. Oswald erklärt, dass es auf Landkreisebene geplant sei, das Thema Windkraft im Kreise der Bürgermeister zu besprechen, da es letztendlich oft Berührungspunkte zu Nachbargemeinden gäbe.

Nicht nur auf Windkraft setzen: „Ein gesunder Mix hilft uns weiter.“ Jan Paeplow, Bürgermeister

Ein wenig überraschend war das Ergebnis in der Marktgemeinde Kirchseeon. Hier gab es eine knappe Zustimmung, obwohl die Marktgemeinde direkt am Forst liegt. „Ich kann sagen, dass es derzeit im Markt Kirchseeon keine konkreten Pläne gibt. Dennoch werden wir konstruktiv an allen möglichen Ideen im Landkreis mitwirken“, sagt Jan Paeplow, Erster Bürgermeister. „Für mich ist es nur wichtig, die Windenergie nicht als das Heilmittel zur Klimawende anzusehen, sondern den Fokus auch auf Alternativen zu richten. Ein gesunder Mix hilft uns weiter. Ich denke da zum Beispiel an Freiflächen-PV-Anlagen oder PV-Anlagen auf privaten oder gemeindeeigenen Dächern. Das Potential ist hier bei weiten nicht erschöpft“, so Kirchseeons Bürgermeister.

Ebersberg setzt den Schwerpunkt ganz klar bei der Solarenergie Ulrich Proske, Bürgermeister

Mit knapp 70 Prozent hat Ebersberg die höchste Wahlbeteiligung im Landkreis. Man sieht: das Thema hat die Ebersberger bewegt. Ebersberg sei Solarstadt und setze hier auch den Schwerpunkt, sagt Bürgermeister Ulrich Proske. Somit sei auch die Ablehnung der Windkraft mit zu erklären. „Unsere bisherige Energiewende-Politik als Solarstadt Ebersberg und als Klimaschutzregion setzt ihren Schwerpunkt auch ganz deutlich bei der Solarenergie. Aber auch bei uns in Ebersberg kann die Windenergie einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten, denn Wind ist meist dann vorhanden, wenn die Sonne nicht scheint“, so Proske. „Und mehr Windenergie im Stromnetz bedeutet auch immer eine bessere Treibhausgasbilanz für jede Kilowattstunde Strom, die wir aus der Steckdose ziehen.“ Im Jahr 2019 beschloss der Ebersberger Stadtrat am „Runden Tisch Energiewende und Klimaschutz“, dass die Windkraft als Maßnahme im Bereich Energiestrategie 2030 aufzunehmen sei. Ziel war es, die im Energienutzungsplan des Landkreises für die Stadt Ebersberg aus dem Jahr 2015 dargestellten Konzentrationsflächen für Windkraft auf ihre Aktualität und Aufnahmefähigkeit in den städtischen Flächennutzungsplan hin zu überprüfen. „Dies ist inzwischen abgeschlossen und wir werden in den kommenden Wochen beraten, ob eine Planung von Konzentrationsflächen für Windkraft erfolgen soll“, sagt Proske. Denn eine solche Planung habe einen entscheidenden Vorteil: Der Stadtrat würde das gesamte Stadtgebiet betrachten und könnte Flächen, die für Windkraft nicht geeignet sind, für künftige Windkraftprojekte sperren. „Gleichzeitig würde man an anderer Stelle der Windkraft substanziell Raum zuweisen und so die Verortung von Windkraftanlagen in unserer schönen Landschaft nicht von einzelnen Investitionsvorhaben abhängig machen, sondern die Standorte in einem geordneten Verfahren im Stadtrat und unter Beteiligung der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange festlegen.“ osw

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