Neujahrsempfang der Gemeinde Vaterstetten

„Wir sind eine anspruchsvolle Gemeinde geworden.“

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Die Goaßlschnalzer ließen es beim Neujahrsempfang in Vaterstetten richtig krachen.

Beim Neujahrsempfang zieht Vaterstettens Bürgermeister Georg Reitsberger Zwischenbilanz und vergibt die neue Ehrung „Ein Stück Heimat“.

Vaterstetten - Wie kann man nur an einem Freitag, den 13., zum Neujahrsempfang einladen? „Positiv denken“, beantwortete sich Bürgermeister Georg Reitsberger seine Frage selbst, „bei unseren französischen Freunden wird die 13 als Glückszahl angesehen.“ Damit trotzdem kein böses Omen daraus wird, gab es mit Ammerthaler Blasmusik und Goaßlschnalzern aus Berganger einen lautstarken Auftakt – um eventuelle böse Geister auszutreiben. „A boarischer Bürgermeister muss es recht kracha lass’n“, kommentierte Reitsberger das Peitschenknallen launig. In seiner Rede machte der Rathauschef dann klar, dass die Gemeinde es nicht so lustig krachen lassen kann. „Wir leben von der Hand in den Mund“, so Reitsberger. Die finanzielle Situation sei schwierig, große Rücklagen könne man nicht bilden. Schließlich habe die Kommune eine Vielzahl von ständig mehr werdenden Pflichtaufgaben – „von der Wiege bis zur Bahre“ - zu erfüllen. Daher könne man sich manches einfach nicht leisten. Doch ständig würden neue Wünsche ans Rathaus herangetragen. „Wir sind eine anspruchsvolle Gemeinde geworden.“ Andererseits werde auf das Einsparen freiwilliger Leistungen, einer eventuellen Erhöhung der Grundsteuer oder neue Abgaben wie der Straßenausbaubeitragssatzung mit Ablehnung reagiert. Eine andere große Herausforderung: der Wohnraummangel und die damit verbundene Bautätigkeit. Der Landkreis Ebersberg sei unlängst als wirtschaftsstärkste Region Deutschlands eingestuft worden. Die Folge: Teure Immobilien und hohe Mietkosten. „Wegen explodierender Grundstückspreise müssen wir enger zusammenrücken.“ Wo ein idyllisches Spitzdachhäusl verschwinde, werde das Baurecht bis zum Anschlag ausgenutzt. Das wiederum bringe zugeparkte Straßen und massiven Verkehr in den Wohngebieten. „Nachverdichtung vor Neuausweisung“ sei über Jahre die Devise in Vaterstetten gewesen, erinnerte Reitsberger. Mittlerweile aber würden die Grenzen aufgezeigt, verändere die Nachverdichtung deutlich das Bild der Gemeinde. Eine echte Gratwanderung. Zum einen brauche man „nötiger denn je“ bezahlbaren Wohnraum und Sozialwohnungen, zum anderen hätten auch Landschaft und gewachsene Ortsstrukturen einen hohen Stellenwert. Schließlich wolle man auch Kindern und Enkeln noch „den Hauch einer Gartenstadt“, die freie Sicht über steinige Äcker und das Erlebnis einer waldreichen Gegend gönnen, appellierte der Bürgermeister. Der Auftrag laute folglich: „Bauen und bewahren mit Augenmaß und Vernunft!“ Trotz der vielfältigen Probleme gehe er mit Zuversicht in die zweite Hälfte seiner Amtszeit, erklärte Reitsberger. Schließlich habe die Gemeinde ein reiches Vereinsleben und viele engagierte Bürger. Einige davon zeichnete der Bürgermeister anschließend aus. Mit der neuen Ehrengabe „Ein Stück Heimat“ wurde der Baldhamer Heinz Gerrits bedacht, der für seine Verdienste um das Gemeinwohl im vergangenen Jahr bereits das Bundesverdienstkreuz erhalten hatte. Wappenlöwen der Gemeinde gingen an Heinz Bastian für sein Engagement im „Verein aktiver Bürger“ und an Philipp Soller, der gemeinsam mit einem Freund einen verunglückten Surfer aus dem Münchner Eisbach gerettet hat. Die silberne Ehrennadel gab’s für Jo Neunert (SPD), der nach 25 Jahren Amtszeit aus dem Gemeinderat ausgeschieden ist. Zudem wurde Bernhard Bichler und Rainer Götz für ihre langjährige Tätigkeit bei der Purfinger Feuerwehr mit Wappenkrügen gedankt. die

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