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Albachinger spielen "Der eingebildete Kranke"

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Mit einer List wollen die Dienstmagd Antonie und Loni dem eingebildeten Kranken zeigen, wer ihn wirklich liebt und wer nur sein Spiel mit ihm treibt. © Foto: Günster

Es wird wieder Theater gespielt im Albachinger Bürgersaal. Das Stück „Der eingebildete Kranke“ feierte schon Premiere. Wer das Theater noch sehen möchte, hat am 23., 24., 25. und 30. November noch Gelegenheit dazu.

Albaching – Was kann einem Kranken helfen? Gutes Essen, gutes Trinken und die richtige Portion Liebe. Zu diesem Schluss kommt jedenfalls das Albachinger Theaterstück „Der eingebildete Kranke“, das kürzlich im Bürgersaal Premiere feierte. Dies dürfte umso mehr in diesem speziellen Fall gelten, handelt es sich hier doch um einen, wie der Titel schon sagt, eingebildeten Patienten. 

Der Stoff dieses Stücks ist nicht neu, sondern gewissermaßen eine „Übersetzung“ der gleichnamigen Komödie von Molière ins Bayerische, verfasst von Leopold Ahlsen. Das Publikum fühlte sich von dieser bayerischen Version offenbar sehr gut unterhalten, es gab immer wieder Zwischenapplaus, und in der Pause, sowie am Ende der Aufführung hörte man häufig, die Hauptrolle des Silvester Argan sei mit Oliver Männer passend besetzt worden. Letzteres galt auch für die Optik des eingebildeten Kranken: Mit Nachtrock, Filzpantoffeln und Zipfelmütze, sowie dunklen Schatten unter den Augen machte er schon etwas her. Ob eingebildet oder nicht, Apotheker Blüh (Bernhard Seidinger) und Doktor Stuhl (Dirk Huber) jedenfalls machen mit ihrem Patienten, dem ehemaligen Aktienrentier Silvester Argan, einen Riesen-Reibach, was seine Schwester Loni (Bärbel Pfitzmaier), ihrerseits Sägewerksbesitzerin, gar nicht gefällt. Sie ist dann letztlich auch diejenige, die ihrem Bruder klar machen kann, dass ihm eigentlich gar nichts fehlt. 

Bis es so weit ist, tut der eingebildete Kranke aber wirklich alles dafür, dass ihm seine Wehwehchen und vor allem die Ärzte nicht ausgehen. So verwundert es auch nicht weiter, dass er nun auch noch seine Tochter aus erster Ehe, Agathe Argan (Lisa Liebmann), mit einem jungen Arzt, Thomas Dieruß (Sebastian Friesinger junior) verheiraten will. Diese ist aber von den Heiratsplänen ihres Vaters ganz und gar nicht begeistert, hat sie im Gastwirtssohn Anderl Klee (Michael Binsteiner) doch schon ihre große Liebe gefunden. So fruchten auch die Drohungen ihres Vaters nicht, er werde sie ins Kloster schicken, wenn sie sich der vornehmen Heirat entziehe. Argans zweite Ehefrau Walburga Argan (Brigitte Voglsammer) käme das gerade recht, dann nämlich würde sie das gesamte Erbe einstreichen. Ebenfalls ein Glücksgriff der Regie unter Herbert Binsteiner ist Antonie (Magdalena Pfitzmaier), eine Dienstmagd bei den Argans, nach der der Hausherr gefühlt alle paar Minuten klingelt, um ihre Zuwendung zu erhalten. Sie versteht es, mit ihrer direkten und resoluten Art und einer List, Argan die Augen darüber zu öffnen, wem wirklich etwas an ihm liegt und wer nur so tut, als ob. 

Wer gerne viel lacht, auch derberem Humor nicht abgeneigt ist und sich nicht daran stört, wenn der eingebildete Kranke alle fünf Minuten seinen Puls fühlt und auf sein allmorgendliches „Klistier“ (Einlauf) besteht, für den ist dieses Theaterstück genau passend. Weitere Aufführungstermine sind noch am Freitag, 23. November und Samstag, 24. November, jeweils um 20 Uhr, sowie Sonntag, den 25. November schon um 18 Uhr. Des Weiteren soll es noch eine Zusatzaufführung am Freitag, 30. November, um 20 Uhr geben. Karten gibt es bei der Raiffeisenbank Albaching und, soweit noch vorhanden, an der Abendkasse.kg

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