Debatte um Grafinger Weihnachtsmarkt

Wurst contra Weihnachtsmarkt?

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Große Mehrheit für Weihnachtsmarkt am Marktplatz

Grafing – Im Kondolenzschreiben an die Grafinger erklärte vor wenigen Wochen die Ebersberger Faschingsgesellschaft in ihre Faschingszeitung, „mit Bestürzung das Ableben eures geliebten Weihnachtsmarktes“ aufgenommen zu haben. Das Ende sei vermeidbar gewesen, hätte man den Weihnachtsmarkt-Organisatoren das „Parkplatz Vitamin“ verabreicht und die „medizinische Stadtratskommission eine rasche Entscheidung“ getroffen.

Geht es nach der großen Mehrheit im Grafinger Wirtschaftsbeirat soll heuer der Weihnachtsmarkt am Marktplatz wieder stattfinden. In der Tat hatte Grafings Bürgermeisterin Angelika Obermayr im Spätherbst alle Hände voll zu tun, ihr Stadtratsgremium zu einer klaren Entscheidung zu bewegen. „Wir wollen uns nicht zwischen die Gewerbetreibenden stellen. Es muss ein Kompromiss gefunden werden“, so der Tenor der Ratsmitglieder. 

Sechs Jahre lange durfte der gut zwei Wochen lang andauernde Weihnachtsmarkt auf dem Grafinger Markt-/Parkplatz stattfinden. Dann meldeten einige Geschäftsinhaber am Marktplatz geschäftsruinierende Umsatzeinbußen an, die wohl alleine auf die zugestellten öffentlichen Parkflächen in der Woche vor Weihnachten zurückzuführen seien. Viele Varianten der Buden-Aufstellungen waren durchgespielt worden, letztendlich aber nicht praktikabel. Jetzt wurde im Wirtschaftsbeirat Klartext gesprochen: Nach Aussage von CSU-Rat Franz Saißreiner schützen gut ein Dutzend öffentlicher Parkplätze vor dem Ladengeschäft gerade in den Wochen vor Weihnachten das unternehmerische Überleben. Die Weihnachtsmarkt-Befürworter schüttelte es bei solchen Kernaussagen. Wenn dem so sei, dann müsse der Gewerbetreibende dringend sein Geschäftsmodell überdenken. Grafing ohne seinen rund dreiwöchigen Weihnachtsmarkt ist für viele Bürger und die meisten aus der Geschäftswelt undenkbar, das Gebaren im vergangen Jahr gar „eine Riesenblamage“ und „Image-Schaden“ für die Stadt gewesen. 

Die Region lacht über Grafing

Für Franz Kellner (Obermaier-Moden) „fehlte das weihnachtliche Flair auf dem Marktplatz“, das die Kunden zum Bummeln und Kaufen nach Grafing bringt. Einmal mehr zog der Werbering Grafing-Vorsitzende Peter Schölzel alle Register, um eine breite Basis für einen machbaren Kompromiss zu finden. Grafing soll als Handelsstadt lebendig bleiben, unterstützte auch Tourismus-Experte Wolfram Staude die Befürworter. Erneut gilt es dann, vom Stadtrat eine Entscheidung zu treffen. „Denn auch die Fieranten müssen Planungssicherheit haben“, betonte Schölzel. ar

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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